NASCAR-Rennwagen fahren beim Daytona 500 2026 dicht gedrängt durch die Steilkurve des Daytona International Speedway. Das Titelbild trägt den Schriftzug „Unsere Erfahrungen beim berühmtesten NASCAR-Rennen“.

Daytona 500 2026: Unsere Erfahrungen beim berühmtesten NASCAR-Rennen

Einmal das Daytona 500 live erleben – dieser Wunsch stand schon lange auf unserer Bucketlist. Für unsere Floridareise 2026 haben wir deshalb etwas gemacht, was wir sonst eher selten tun: Wir haben einen kompletten Roadtrip um einen einzigen Veranstaltungstermin herum geplant. Wir wollten nicht irgendein NASCAR-Rennen sehen, sondern das Daytona 500 auf dem legendären Daytona International Speedway. Mit seinen rund 200 Runden, dem riesigen Rahmenprogramm und der besonderen Atmosphäre gilt es als eines der wichtigsten Rennen im amerikanischen Motorsport.

Am 15. Februar 2026 war es endlich so weit. Wir saßen auf der Tribüne, hatten einen fantastischen Blick über das gesamte Oval und erlebten ein Rennen, bei dem gleich mehrere Unfälle direkt vor unseren Plätzen passierten. Dazu kamen ein Konzert von Miranda Lambert, die beeindruckende Flugshow der Thunderbirds und ein Finale, bei dem der Sieger erst unmittelbar vor der Ziellinie feststand.

Allerdings lief nicht alles so reibungslos, wie wir es uns vorgestellt hatten. Besonders die Rückfahrt vom Speedway wurde zu einem kleinen Abenteuer. In diesem Erfahrungsbericht erzählen wir, wie wir das Daytona 500 erlebt haben, welche Plätze wir empfehlen können und was wir bei einem erneuten Besuch anders machen würden.

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Warum wir unsere Floridareise um das Daytona 500 geplant haben

NASCAR stand schon lange auf unserer Bucketlist. Wir hatten uns vor der Reise mit der Rennserie beschäftigt, die Netflix-Dokumentation NASCAR: Full Speed gesehen und einige Rennen im Fernsehen verfolgt. Trotzdem waren wir weit davon entfernt, sämtliche Fahrer, Teams und Regeln auswendig zu kennen. Das Daytona 500 war für uns deshalb vor allem eines: die Gelegenheit, amerikanischen Motorsport einmal dort zu erleben, wo er besonders groß inszeniert wird.

Dass wir uns mit dem Daytona 500 ausgerechnet eines der teureren NASCAR-Rennen ausgesucht hatten, war uns bewusst. Aber der Termin im Februar passte hervorragend zu unserem Florida-Roadtrip. Während wir auf den Florida Keys zuvor teilweise nur 9 °C erlebt hatten, zeigte das Thermometer in Daytona Beach angenehme 27 °C. Für einen Tag auf der Rennstrecke waren das nahezu perfekte Bedingungen.

Collage unseres Florida-Roadtrips 2026 mit historischen Gebäuden, Miami, Atlantikstrand und einer Kajaktour durch Floridas Natur.

Daytona-500-Tickets: Fast ein Jahr im Voraus gekauft

Mit der Planung begannen wir bereits viele Monate vor dem Rennen. Um den Verkaufsstart nicht zu verpassen, hatten wir uns frühzeitig in die Mailingliste des Daytona International Speedway eingetragen. Als im Juni 2025 die erste Verkaufswelle startete, waren wir direkt dabei. Der Ticketverkauf lief zunächst über die offizielle Website des Speedway, von dort wurden wir zu Ticketmaster weitergeleitet. Die Buchung funktionierte völlig problemlos und auch die spätere Übertragung des zweiten Tickets auf meinen Mann war mit wenigen Klicks erledigt.

Wir entschieden uns für die Single Day Admission, also eine Eintrittskarte ausschließlich für den Renntag, und sicherten uns reservierte Plätze im Tribünenbereich 125, Reihe 17. Vergleichbare Tickets sind für rund 229 US-Dollar pro Person erhältlich. Am Renntag hatten wir unsere Eintrittskarten direkt im Google Wallet hinterlegt, was sich als ausgesprochen praktisch erwies. Dank des vorhandenen WLANs am Speedway konnten wir die digitalen Tickets problemlos aufrufen und kamen ohne Schwierigkeiten durch den Einlass.

Unser Hotel in Daytona Beach: Früh buchen hat sich gelohnt

Direkt nach dem Ticketkauf kümmerten wir uns um die Unterkunft und entschieden uns für das Beachside Hotel in Daytona Beach. Für zwei Nächte inklusive Frühstück zahlten wir insgesamt 370 Euro. Angesichts der späteren Hotelpreise rund um das Daytona 500 ein echtes Schnäppchen. Das Hotel lag direkt am Strand und unser Zimmer war überraschend geräumig. Neben einem großen Bett und einem ordentlichen Badezimmer gab es sogar eine Küchenzeile mit Essbereich und einen großzügigen Balkon. Auch das Frühstück konnte sich für amerikanische Verhältnisse wirklich sehen lassen. Von Eiern, Bacon und Sausages über Toast, Bagels und belegte Brote bis hin zu Joghurt, Obst, Waffeln und Muffins war alles dabei. Selbst beim Kaffee gab es verschiedene Sirupsorten zur Auswahl. Lediglich der Frühstücksbereich war etwas ungewöhnlich: Neben der Rezeption standen gerade einmal zwei Sitzplätze zur Verfügung. Das Frühstück war dafür gedacht, es mit aufs Zimmer zu nehmen.

Etwas merkwürdig fanden wir allerdings die wiederholten Nachfragen des Hotels in den Wochen vor unserer Anreise, ob wir denn tatsächlich Tickets für das Daytona 500 hätten. Gleichzeitig waren die Übernachtungspreise in Daytona Beach regelrecht explodiert. Für einige der letzten verfügbaren Zimmer wurden zeitweise rund 1.000 Euro pro Nacht verlangt. Da kam bei uns schon der Verdacht auf, dass man unsere vergleichsweise günstige Buchung vielleicht lieber wieder losgeworden wäre. Ob das tatsächlich der Grund für die Nachfragen war, wissen wir natürlich nicht. Auffällig fanden wir es trotzdem.

Etwas merkwürdig fanden wir allerdings die wiederholten Nachfragen des Hotels in den Wochen vor unserer Anreise, ob wir denn tatsächlich Tickets für das Daytona 500 hätten. Gleichzeitig waren die Übernachtungspreise in Daytona Beach regelrecht explodiert. Für einige der letzten verfügbaren Zimmer wurden zeitweise rund 1.000 Euro pro Nacht verlangt. Da kam bei uns schon der Verdacht auf, dass man unsere vergleichsweise günstige Buchung vielleicht lieber wieder losgeworden wäre. Ob das tatsächlich der Grund für die Nachfragen war, wissen wir natürlich nicht. Auffällig fanden wir es trotzdem.

Nach dem Rennen stellte sich dann noch heraus, dass ein weiterer Deutscher im selben Hotel übernachtete und ebenfalls beim Daytona 500 gewesen war. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir uns vielleicht für die Fahrt zum Speedway zusammentun können. Besonders für die Rückfahrt wäre das ziemlich praktisch gewesen, aber dazu später mehr.

Collage des Beachside Hotels in Daytona Beach mit Sonnenuntergang über dem Atlantik, Hotelzimmer, Rezeption und Poolbereich direkt am Strand.

Mit dem Bus zum Daytona International Speedway

Da unser Hotel nicht unmittelbar am Speedway lag, mussten wir für die Anreise ungefähr 45 Minuten einplanen. Statt mit dem Mietwagen zu fahren und uns anschließend auf Parkplatzsuche zu begeben, entschieden wir uns für die öffentlichen Verkehrsmittel. Direkt neben unserem Hotel befand sich eine Bushaltestelle, von der aus wir mit den Bussen von Votran zum Daytona International Speedway fahren konnten. Die Fahrt kostete gerade einmal 2 US-Dollar pro Person, allerdings mussten wir unterwegs am zentralen Bus-Hub umsteigen. Wichtig zu wissen ist, dass wir die Fahrkarten ausschließlich bar bezahlen konnten. Abgesehen davon war die Anreise völlig unkompliziert und wir erreichten den Speedway gegen 11 Uhr. Das Rennen sollte zwar erst später beginnen, aber wir wollten schließlich nicht nur die Autos im Kreis fahren sehen, sondern möglichst viel von der gesamten Veranstaltung mitbekommen. Und das war definitiv die richtige Entscheidung, denn schon außerhalb der Tribünen gab es unglaublich viel zu entdecken.

Rund um den Daytona International Speedway gibt es viel zu entdecken

Wer das Daytona 500 besucht, sollte unbedingt genügend Zeit einplanen, um sich vor dem Rennen auf dem Gelände umzusehen. Wir waren gegen 11 Uhr am Speedway und konnten uns ganz in Ruhe die verschiedenen Bereiche anschauen. Außerhalb und hinter den Tribünen gab es zahlreiche Merchandise-Stände, einen großen Daytona-500-Shop und eine Teststrecke für Autos. Besonders interessant fanden wir die ausgestellten Rennfahrzeuge, darunter das Siegerauto des Vorjahres. Außerdem erkundeten wir die verschiedenen Ebenen des Speedway und konnten dabei immer wieder einen anderen Blick auf das riesige Oval werfen.

Wer das Daytona 500 besucht, sollte unbedingt genügend Zeit einplanen, um sich vor dem Rennen auf dem Gelände umzusehen. Wir waren gegen 11 Uhr am Speedway und konnten uns ganz in Ruhe die verschiedenen Bereiche anschauen. Außerhalb und hinter den Tribünen gab es zahlreiche Merchandise-Stände, einen großen Daytona-500-Shop und eine Teststrecke für Autos. Besonders interessant fanden wir die ausgestellten Rennfahrzeuge, darunter das Siegerauto des Vorjahres. Außerdem erkundeten wir die verschiedenen Ebenen des Speedway und konnten dabei immer wieder einen anderen Blick auf das riesige Oval werfen.

Ein kleines Highlight gab es ganz nebenbei, als wir plötzlich Vanilla Ice unter den Besuchern entdeckten. Mein Mann hat sich jedenfalls gefreut. Man weiß eben nie, wem man bei so einer Veranstaltung über den Weg läuft.

Collage vom Daytona International Speedway vor dem Daytona 500 2026 mit Blick auf die Rennstrecke und Tribünen, ausgestellten NASCAR-Rennwagen und Besuchern auf dem Gelände.

Einlass und Verpflegung: Überraschend unkompliziert

Auch der Einlass zum Speedway verlief erstaunlich entspannt. Wir hatten unsere digitalen Tickets auf dem Smartphone, diese wurden gescannt und schon waren wir drin. Aufwendige Taschenkontrollen oder längere Wartezeiten haben wir bei unserem Besuch nicht erlebt. Besonders angenehm fanden wir, dass man eigene Lebensmittel und Getränke mitbringen durfte. Glasbehälter waren zwar verboten, dafür waren sogar weiche Kühltaschen erlaubt. Wir hatten deshalb unser eigenes Bier dabei, das allerdings schon vor dem eigentlichen Rennstart aufgebraucht war. So viel zu unserer sorgfältig geplanten Rennverpflegung.

Wer selbst zum Daytona 500 reisen möchte, sollte die jeweils aktuellen Mitnahmebedingungen vorher auf der offiziellen Website überprüfen. Unsere Erfahrungen beziehen sich auf den Besuch im Februar 2026 und solche Regelungen können sich natürlich ändern.

Das Rahmenprogramm: Miranda Lambert, Fahrerparade und Thunderbirds

Noch bevor überhaupt ein Rennwagen seine erste Runde drehte, wurde uns klar, dass die Amerikaner beim Daytona 500 eine große Show auf die Beine stellen. Wir erlebten das Konzert von Miranda Lambert, die Vorstellung der Fahrer und eine aufwendige Fahrerparade. Besonders interessant fanden wir dabei die letzten zehn Fahrzeuge, die zunächst noch abseits der eigentlichen Startaufstellung standen. Obwohl wir vorher die Netflix-Dokumentation gesehen und uns mit NASCAR beschäftigt hatten, verstanden wir zunächst nicht, warum diese Autos dort warteten. Erst als die besten zehn Fahrer einzeln vorgestellt wurden und anschließend ihre Plätze in der Startaufstellung einnahmen, ging uns ein Licht auf.

Richtig beeindruckend wurde es bei der Fahrerparade mit sechs riesigen amerikanischen Flaggen und der anschließenden Flugshow der USAF Thunderbirds. Die Kunstflugstaffel startete vom nahe gelegenen Flughafen und wir konnten von unseren Tribünenplätzen aus sogar beobachten, wie die Flugzeuge abhoben. Was dann folgte, war einfach spektakulär und vor allem unglaublich laut. Als wir später dem Formel-1-Rennen in Madrid eine Flugshow erlebten, mussten wir unweigerlich an Daytona zurückdenken. Denn an die Thunderbirds kam diese Vorführung bei Weitem nicht heran.

Richtig beeindruckend wurde es bei der Fahrerparade mit sechs riesigen amerikanischen Flaggen und der anschließenden Flugshow der USAF Thunderbirds. Die Kunstflugstaffel startete vom nahe gelegenen Flughafen und wir konnten von unseren Tribünenplätzen aus sogar beobachten, wie die Flugzeuge abhoben. Was dann folgte, war einfach spektakulär und vor allem unglaublich laut. Als wir später auch bei einem Formel-1-Rennen eine Flugshow erlebten, mussten wir unweigerlich an Daytona zurückdenken. Denn an die Thunderbirds kam diese Vorführung bei Weitem nicht heran.

Unsere Sitzplätze: Bereich 125, Reihe 17

Mit unseren Sitzplätzen hatten wir wirklich Glück. Wir saßen in Bereich 125, Reihe 17, direkt vor der Boxeneinfahrt und kurz hinter der Start-Ziel-Linie. Von dort aus hatten wir einen fantastischen Blick über das gesamte Oval und konnten das Renngeschehen auch auf den gegenüberliegenden Streckenabschnitten gut verfolgen. Selbst den Flughafen, von dem die Thunderbirds starteten, konnten wir sehen. Rückblickend hätten wir uns kaum bessere Plätze wünschen können, zumal sich mehrere spektakuläre Rennsituationen unmittelbar vor unserer Tribüne abspielten.

Auch die Sitze selbst waren überraschend bequem. Wir hatten vorsichtshalber eigene Sitzpolster mitgebracht, brauchten diese aber überhaupt nicht. Einen Punkt sollte man bei der Platzwahl allerdings unbedingt berücksichtigen: Die Tribünen am Daytona International Speedway sind extrem steil. Besonders beim Hinuntergehen muss man aufpassen, wohin man tritt. Mein Mann hat Höhenangst und fand die steilen Treppen alles andere als angenehm. Wer damit ebenfalls Schwierigkeiten hat, sollte sich vor der Ticketbuchung genauer ansehen, wo sich die gewünschten Plätze befinden.

Und noch etwas gehört unbedingt ins Gepäck: Gehörschutz! NASCAR ist unglaublich laut. Wenn das gesamte Feld mit hoher Geschwindigkeit an der Tribüne vorbeifährt, entsteht eine Geräuschkulisse, die man kaum beschreiben kann. Wir hatten beide während des gesamten Rennens Gehörschutz in den Ohren und würden das auch jedem anderen Besucher dringend empfehlen. Natürlich gehört der Motorenlärm zum Erlebnis dazu, aber mehrere Stunden ohne Schutz wären für uns keine Option gewesen.

Collage vom Daytona 500 2026 mit dicht hintereinander fahrenden NASCAR-Rennwagen auf dem Oval, Blick auf die Tribünen und die große Anzeigetafel des Daytona International Speedway.

Das Rennen: Gänsehaut, Langeweile und drei spektakuläre Unfälle

Ein besonders emotionaler Moment erwartete uns bereits in Runde drei. Traditionell erinnern die Zuschauer beim Daytona 500 an Dale Earnhardt, indem sie drei Finger in die Luft halten. Diese gemeinsame Geste auf den riesigen Tribünen sorgte tatsächlich für Gänsehaut. Danach konzentrierte sich alles auf das Renngeschehen und wir merkten schnell, dass ein NASCAR-Rennen live durchaus anders wirkt als die kurzen Highlight-Videos, die man häufig im Internet sieht. Es gibt Phasen, in denen sich auf der Strecke vergleichsweise wenig verändert und die Autos scheinbar endlos ihre Runden drehen. Aber dann passiert plötzlich etwas und innerhalb weniger Sekunden herrscht das reinste Chaos.

Genau das erlebten wir gleich mehrfach. Beim Daytona 500 fahren die Fahrzeuge über weite Strecken in extrem engen Pulks, oft Stoßstange an Stoßstange. Das ist durchaus gewollt, denn im Windschatten des vorausfahrenden Autos lässt sich Geschwindigkeit gewinnen. Beim sogenannten Bump Drafting gehen die Fahrer sogar noch einen Schritt weiter und schieben das Auto vor ihnen durch gezielte Berührungen am Heck an, um gemeinsam schneller zu werden. Was auf den ersten Blick unglaublich riskant aussieht, gehört hier also zur Rennstrategie. Allerdings reicht bei diesen Geschwindigkeiten schon eine unglückliche Berührung, um eine Kettenreaktion auszulösen. Insgesamt sahen wir drei größere Unfälle direkt vor unseren Plätzen. Besonders spektakulär war eine Massenkarambolage, bei der unserer Erinnerung nach ungefähr 20 Fahrzeuge beteiligt waren und sich das Chaos bis in den Bereich der Boxengasse zog. Bei solchen Szenen merkt man erst, wie wenig Zeit den Fahrern bleibt, um zu reagieren.

Das dramatischste Ereignis hob sich das Rennen allerdings bis zum Schluss auf. Unmittelbar vor der Ziellinie kam es noch einmal zu einem Unfall, der den Ausgang des Rennens entscheidend beeinflusste. Am Ende gewann Tyler Reddick das Daytona 500 2026, und wir hatten diesen verrückten Zieleinlauf tatsächlich live erlebt. Solche Momente machen Motorsport für uns aus. Man kann ein Rennen noch so oft im Fernsehen verfolgen, aber wenn direkt vor einem plötzlich mehrere Autos ineinanderkrachen und sich innerhalb von Sekunden alles verändert, ist das einfach ein anderes Erlebnis. Und genau deshalb werden wir dieses Daytona 500 wohl so schnell nicht vergessen.

Nach dem Rennen: Warum die Rückfahrt zum Problem wurde

So unkompliziert unsere Anreise mit dem Bus gewesen war, so chaotisch entwickelte sich die Rückfahrt. Bereits am Vortag hatten die Veranstalter den Rennstart wegen einer angekündigten Gewitterfront um eine Stunde vorverlegt. Und die Wettervorhersage sollte erstaunlich genau eintreffen. Gegen 17 Uhr, unmittelbar nach dem Rennen, zog das Gewitter über Daytona und wir standen ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt an der Bushaltestelle. Gleichzeitig versuchten zahlreiche Besucher, den Speedway zu verlassen, was rund um die Rennstrecke zu einem gewaltigen Verkehrschaos führte. Die Straßen waren komplett überlastet und auch die Busse kamen kaum noch voran.

Erschwerend kam hinzu, dass der reguläre Busverkehr bereits gegen 18:15 Uhr eingestellt wurde. Wir schafften es gerade noch mit dem letzten Bus bis zum zentralen Bus-Hub, von dort aus kamen wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln allerdings nicht mehr weiter. Auch Uber war zunächst keine brauchbare Alternative, denn rund um den Speedway waren kaum Fahrzeuge verfügbar und die Straßen waren ohnehin voll. Also beschlossen wir, erst einmal ungefähr 20 Minuten zu einem mexikanischen Restaurant zu laufen, dort etwas zu essen und anschließend in Ruhe eine Rückfahrt zu organisieren. Das klang nach einem vernünftigen Plan, allerdings hatten wir dabei ein kleines technisches Problem übersehen.

Unlimited Internet, aber kein Uber: Unser SMS-Problem

Für unsere Floridareise hatte ich eine eSIM mit unbegrenztem Datenvolumen auf meinem Smartphone. Internet war also grundsätzlich kein Problem. Was ich allerdings nicht bedacht hatte, war die Tatsache, dass Uber für die Anmeldung einen Bestätigungscode per SMS verschicken wollte. Und genau solche SMS konnte ich mit meiner reinen Datenlösung nicht empfangen. Im mexikanischen Restaurant hoffte ich zunächst auf das Gäste-WLAN, doch obwohl eines vorhanden war, entwickelte sich die Nachfrage nach dem Passwort zu einer ziemlich absurden Angelegenheit. Also musste eine andere Lösung her.

Nach etwas Recherche entdeckte ich die App Text Me, über die ich mir für ungefähr einen Dollar eine temporäre amerikanische Telefonnummer mit SMS-Empfang für 24 Stunden besorgen konnte. Tatsächlich funktionierte das und ich konnte den Bestätigungscode empfangen und Uber endlich einrichten. Ob das bei jedem Anbieter und mit jeder virtuellen Telefonnummer klappt, ist natürlich eine andere Frage. Für uns war es in diesem Moment jedenfalls die Rettung.

Für die verbleibende Fahrt zurück zum Beachside Hotel zahlten wir schließlich 42 US-Dollar. Die Fahrt dauerte ungefähr 30 Minuten und das Erstaunliche war, dass die Straßen selbst rund drei Stunden nach Rennende noch immer völlig überlastet waren. Wer das Daytona 500 besucht, sollte sich deshalb unbedingt vorher Gedanken über die Rückfahrt machen. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann wunderbar funktionieren, aber nach Rennende sieht die Situation ganz anders aus. Je nach Unterkunft könnten auch Fahrräder oder Roller eine Alternative sein.

Collage mit einem Paar auf der Tribüne des Daytona International Speedway, NASCAR-Rennwagen vor dem Start und Blick auf das Veranstaltungsgelände beim Daytona 500 2026.

Was hat uns das Daytona 500 gekostet?

Natürlich ist ein Besuch beim Daytona 500 kein ganz günstiges Vergnügen, insbesondere wenn man dafür extra nach Florida reist. Da wir das Rennen allerdings in unseren ohnehin geplanten Roadtrip eingebaut hatten, lassen sich die gesamten Reisekosten nicht sinnvoll allein dem Motorsportwochenende zuordnen. Einige Ausgaben können wir aber noch ziemlich genau nachvollziehen und möchten sie euch als Orientierung mitgeben.

AusgabeKosten
Daytona-500-Ticket, vergleichbarer Preisrund 229 $ pro Person
Beachside Hotel, 2 Nächte inkl. Frühstück370 € insgesamt
Bus zum Speedway2 $ pro Person
Uber zurück zum Hotel42 $ insgesamt
Cap50 $
Zwei T-Shirts90 $ insgesamt
Modellauto, Sonderedition Daytona 500 2026ca. 25 $
Nachos mit Käse8 $

Allein für unsere Merchandise-Einkäufe haben wir damit ungefähr 165 US-Dollar ausgegeben. Hinzu kamen weitere Ausgaben für Verpflegung und natürlich die übrigen Kosten unseres Florida-Roadtrips. Wer mit dem eigenen Mietwagen zum Speedway fahren möchte, sollte außerdem die Parkplatzkosten berücksichtigen. Rund um die Rennstrecke wurden zahlreiche Parkmöglichkeiten für ungefähr 40 Dollar angeboten. Einige offizielle Parkflächen waren schnell belegt und vielerorts galt das Prinzip „First come, first served“. Gerade bei den Unterkünften lohnt es sich deshalb, möglichst früh zu buchen. Unsere 370 Euro für zwei Nächte waren im Vergleich zu den später aufgerufenen Preisen ein echter Glücksgriff.

Unsere wichtigsten Tipps für einen Besuch beim Daytona 500

Aus unserem Besuch haben wir einige Erfahrungen mitgenommen, die wir jedem ans Herz legen würden, der selbst einmal zum Daytona 500 reisen möchte. Das Wichtigste ist aus unserer Sicht, sich rechtzeitig um die Tickets und vor allem um die Unterkunft zu kümmern. Wer früh bucht, hat nicht nur eine größere Auswahl bei den Sitzplätzen, sondern kann auch bei den Hotelkosten erheblich sparen. Außerdem würden wir unbedingt empfehlen, schon mehrere Stunden vor dem eigentlichen Rennstart am Speedway zu sein. Das Rahmenprogramm, die Ausstellungen und die gesamte Atmosphäre gehören für uns genauso zum Erlebnis wie das Rennen selbst.

Auch bei der Vorbereitung gibt es ein paar Kleinigkeiten, die den Tag deutlich angenehmer machen. Gehörschutz sollte unbedingt ins Gepäck, ebenso wie etwas Bargeld für die öffentlichen Verkehrsmittel. Wer eigene Verpflegung mitbringen möchte, sollte vorher die aktuellen Mitnahmebedingungen überprüfen. Und wer Höhenangst hat, sollte bei der Platzwahl bedenken, wie steil die Tribünen in Daytona tatsächlich sind. Am wichtigsten ist allerdings eine gut durchdachte Rückfahrt. Wir würden uns beim nächsten Mal bereits vor dem Rennen über alternative Verkehrsmittel informieren und sicherstellen, dass alle benötigten Apps vollständig eingerichtet sind. Besonders bei einer reinen Daten-eSIM kann die SMS-Verifizierung sonst schnell zum Problem werden.

Unser Fazit: War das Daytona 500 die Reise wert?

Ein NASCAR-Rennen live zu erleben, stand schon lange auf unserer Bucketlist. Dass wir uns mit dem Daytona 500 ausgerechnet eines der teuersten Rennen ausgesucht haben, war uns bewusst. Rückblickend würden wir es trotzdem wieder so machen. Schon die Stunden vor dem Start waren ein Erlebnis: das riesige Gelände, die ausgestellten Rennwagen, das Konzert, die Fahrerparade und die beeindruckende Flugshow der Thunderbirds. Dazu kamen drei Unfälle unmittelbar vor unseren Tribünenplätzen und ein Finale, bei dem der Sieger erst auf den letzten Metern feststand. Natürlich gab es auch Phasen, in denen auf der Strecke wenig passierte. Doch gerade dieser Wechsel zwischen scheinbar endlosen Runden und plötzlich ausbrechendem Chaos machte das Rennen für uns so spannend. Man wusste nie, wann es wieder richtig zur Sache gehen würde.

Auch für unseren Florida-Roadtrip war das Daytona 500 ideal. Wir hatten die gesamte Reise um das Rennen herum geplant und konnten Mitte Februar bei angenehmen 27 °C auf den Tribünen sitzen. Nach gerade einmal 9 °C auf den Florida Keys war das eine willkommene Abwechslung.

Würden wir noch einmal ein NASCAR-Rennen besuchen? Auf jeden Fall! Allerdings würden wir beim nächsten Mal lieber eine kleinere Rennstrecke kennenlernen. Noch einmal eine komplette Reise um ein bestimmtes Rennen herum planen würden wir vermutlich nicht. Wenn wir aber auf einem zukünft USA-Roadtrip feststellen, dass gerade ein NASCAR-Rennen in der Nähe stattfindet, wäre unsere Reaktion wahrscheinlich ziemlich einfach: „Ach, wir sind doch gerade hier. Lass uns hinfahren!“

Bis zur nächsten grünen Flagge! 🏁

Susann

FAQ: Häufige Fragen zum Daytona 500

Wann findet das Daytona 500 statt?
Das Daytona 500 findet jedes Jahr im Februar auf dem Daytona International Speedway in Daytona Beach, Florida, statt. Wir waren am 15. Februar 2026 dabei.

Wie viel kosten Tickets für das Daytona 500?
Die Ticketpreise hängen von der Tribüne und der Sitzplatzkategorie ab. Vergleichbare Tickets zu unseren Plätzen in Bereich 125, Reihe 17, kosten rund 229 US-Dollar pro Person. Wir empfehlen, die Tickets frühzeitig über die offizielle Website des Daytona International Speedway zu kaufen.

Wie früh sollte man Tickets und Hotel buchen?
Am besten mehrere Monate im Voraus. Wir haben unsere Tickets bereits im Juni des Vorjahres gekauft und direkt anschließend das Hotel gebucht. Für zwei Nächte inklusive Frühstück zahlten wir 370 Euro. Kurz vor dem Rennen wurden teilweise rund 1.000 Euro pro Nacht verlangt.

Wie kommt man zum Daytona International Speedway?
Wir sind mit den öffentlichen Bussen von Votran gefahren. Die Fahrt dauerte inklusive Umstieg ungefähr 45 Minuten und kostete 2 US-Dollar pro Person. Die Rückfahrt war deutlich schwieriger, weil der Busverkehr am frühen Abend endete und die Straßen nach dem Rennen stark überlastet waren.

Darf man Essen und Getränke zum Daytona 500 mitbringen?
Ja, bei unserem Besuch 2026 durften wir eigene Lebensmittel und Getränke mitbringen. Auch weiche Kühltaschen waren erlaubt, Glasbehälter dagegen nicht. Die aktuellen Mitnahmebedingungen sollte man vor dem Besuch auf der offiziellen Website überprüfen.

Braucht man beim Daytona 500 Gehörschutz?
Unbedingt! Die NASCAR-Fahrzeuge sind extrem laut, besonders wenn das gesamte Feld dicht gedrängt an den Tribünen vorbeifährt. Wir haben während des gesamten Rennens Gehörschutz getragen.

Welche Sitzplätze sind beim Daytona 500 empfehlenswert?
Wir saßen in Bereich 125, Reihe 17, nahe der Boxeneinfahrt und kurz hinter der Start-Ziel-Linie. Von dort hatten wir einen hervorragenden Überblick über das Oval. Allerdings sind die Tribünen sehr steil, was man insbesondere bei Höhenangst berücksichtigen sollte.

Wie lange sollte man für das Daytona 500 einplanen?
Am besten den gesamten Tag. Wir waren bereits gegen 11 Uhr am Speedway und hatten dadurch ausreichend Zeit für die Ausstellungen, Merchandise-Shops und das Rahmenprogramm mit Konzert, Fahrerparade und Flugshow. Auch für die Rückfahrt sollte man genügend Zeit einplanen.

Lohnt sich das Daytona 500 auch, wenn man kein NASCAR-Fan ist?
Wir finden schon. Wir interessieren uns für Motorsport, verfolgen NASCAR aber nicht regelmäßig. Trotzdem war das Daytona 500 für uns ein besonderes Erlebnis. Die Atmosphäre, das Rahmenprogramm, die Geschwindigkeit und die spektakulären Rennsituationen haben den Besuch unvergesslich gemacht.

Noch mehr Motorsport-Erlebnisse auf ReiseJuwelen

Zwei Rennserien, zwei völlig unterschiedliche Erlebnisse: In Florida haben wir beim legendären Daytona 500 erlebt, wie sich NASCAR auf einem riesigen Oval anfühlt. In Madrid waren wir bei der Formel 1 dabei. Beide Veranstaltungen hatten ihren ganz eigenen Charakter und haben uns auf unterschiedliche Weise begeistert.

Hier findest du unsere Motorsportberichte mit persönlichen Erfahrungen, Eindrücken von den Rennstrecken und praktischen Tipps für deinen eigenen Besuch:

Und wer weiß, vielleicht kommt bei einem unserer nächsten Roadtrips ja noch das eine oder andere Motorsport-Erlebnis dazu.

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Weiter Inspirationen für USA-Reisen findest in meinem USA Reise Guide.

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