geführte Food Tour Madrid: Unsere Erfahrungen & lohnt sie sich?
Eine Stadt kann man über ihre Sehenswürdigkeiten kennenlernen. Oder man setzt sich in fünf verschiedene Bars und Restaurants, probiert Tortilla, Vermut, Calamari-Sandwiches und mit Chorizo gefüllte Champignons und merkt irgendwann, dass man längst viel zu satt ist. Wir haben uns in Madrid für Variante zwei entschieden, zumindest für einen Nachmittag.
Unsere Food Tour durch Madrid hatten wir bewusst auf den Mittwoch gelegt. Nach unserer späten Ankunft am Montagabend wollten wir den Dienstag erst einmal nutzen, um in Madrid anzukommen und uns ein wenig zu orientieren. Ab Freitag stand dann das Formel-1-Wochenende auf unserem Programm. Für alles, was wir in Madrid sonst noch erleben wollten, blieben damit im Grunde nur Mittwoch und Donnerstag.
Da ich ohnehin finde, dass man eine Stadt wunderbar über ihr Essen kennenlernen kann, passte eine Food Tour ziemlich gut in unsere Planung. Gebucht haben wir über GetYourGuide, durchgeführt wurde die Tour von Carpe Diem Tours. Ob sich die 67 Euro pro Person gelohnt haben? Darauf gibt es rückblickend keine ganz eindeutige Antwort.
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Inhaltsverzeichnis
- Warum wir uns für diese Food Tour entschieden haben
- Treffpunkt am Plaza de los Carros
- Tortilla in der Taberna La Buha La Latina
- Vermut und Tapas in der Taberna La Concha
- Calamari-Sandwich bei El Abuelo
- Gefüllte Champignons im Mesón del Champiñón
- Churros mit heißer Schokolade
- Wie viel Essen bekommt man bei der Food Tour?
- Was hätte unser Essen ohne Food Tour gekostet?
- Unser Fazit zur Food Tour in Madrid
- Deine Madrid-Planungstools
- FAQ: Essen und Trinken in Madrid
Warum wir uns für diese Food Tour entschieden haben
Die Auswahl an Food Touren in Madrid ist ziemlich groß. Allein bei GetYourGuide hatten wir Angebote in sehr unterschiedlichen Preisklassen gefunden: Eine günstigere Tour lag bei ungefähr 35 Euro pro Person, unsere bei 67 Euro und eine weitere bei rund 89 Euro. Wir haben uns ganz bewusst für die goldene Mitte entschieden.
Außerdem standen für unsere Tour zwei Uhrzeiten zur Auswahl: 12 Uhr und 20 Uhr. Wir entschieden uns für die Mittagsvariante. Im Nachhinein war das eine gute Wahl. Gerade bei unserem ersten Stopp war das Restaurant eigentlich noch gar nicht richtig geöffnet und entsprechend ruhig. Später rund um den Plaza Mayor sah die Sache schon ganz anders aus. Dort war es teilweise brechend voll.
Als Dauer waren etwa zwei Stunden angegeben. Spoiler: Daraus wurden bei uns ungefähr drei Stunden. Und trotzdem verging die Zeit wie im Flug.
Treffpunkt am Plaza de los Carros
Treffpunkt für unsere Food Tour war der Plaza de los Carros in La Latina. Wie so oft waren wir deutlich zu früh und nutzten die Zeit noch für einen Kaffee in einer Bar direkt am Platz. Als wir wenig später zurückkamen, wartete unser Guide Yvonne bereits mit einem gelben Schild von Carpe Diem auf die Teilnehmer.
Nach und nach trudelte auch der Rest unserer kleinen Gruppe ein: eine Australierin sowie zwei Frauen aus Seattle mit einem Baby. Während wir noch auf die letzten beiden warteten, erzählte Yvonne schon ein wenig über Madrid, bevor wir schließlich zu sechst plus Baby zu unserem ersten Stopp aufbrachen.
Weit laufen sollten wir während der Tour nicht. Vom Plaza de los Carros ging es durch La Latina in Richtung Plaza Mayor, wobei Yvonne unterwegs immer wieder etwas über Madrid und die Straßen erzählte, durch die wir gerade liefen. So machte sie uns beispielsweise auf die kleinen Madrider Straßennamenkacheln aufmerksam, die uns vorher tatsächlich noch nicht aufgefallen waren.
Tortilla in der Taberna La Buha La Latina
Unser erster Stopp lag nur wenige Schritte vom Treffpunkt entfernt und führte uns in die Taberna La Buha La Latina. Das Restaurant hat sich auf Tortilla spezialisiert und bietet davon eine erstaunlich große Auswahl – auf der Karte stehen rund 20 verschiedene Varianten. Tortilla ist natürlich ein Klassiker der spanischen Küche und wir hatten bereits am Abend zuvor unsere erste in Madrid gegessen.
Welche Variante wir bei La Buha probierten, mussten wir nicht selbst entscheiden. Yvonne hatte für unsere Gruppe die Tortilla mit karamellisierten Zwiebeln und Ziegenkäse ausgewählt. Dazu gab es ein lokales Bier. Die Kombination war richtig lecker und vor allem deutlich ausgefallener als die klassische Tortilla, die wir bis dahin kannten.
Auch bei der Menge wurde nicht gespart. Jeder bekam ein großes Stück und trotzdem blieben am Ende noch mehrere Stücke übrig. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir noch nicht ahnen, dass sich dieses Muster durch die Tour ziehen würde: Was an den einzelnen Stationen zunächst nach überschaubaren Portionen aussah, summierte sich im Laufe des Nachmittags ganz ordentlich.
Für unseren Start um 12 Uhr war La Buha außerdem ideal. Das Restaurant hatte eigentlich noch gar nicht richtig geöffnet und entsprechend ruhig war es. Wir konnten gemütlich essen und kamen zum ersten Mal richtig miteinander ins Gespräch. Allein wären wir vermutlich nie in La Buha gegangen. Es gibt sogar eine weitere Filiale in Chueca, ganz in der Nähe unserer Unterkunft, an der wir zuvor vorbeigelaufen waren, ohne sie näher in Betracht zu ziehen.
Vermut und Tapas in der Taberna La Concha
Unser zweiter Stopp führte uns in die Taberna La Concha, eine winzige Bar, die man beim Vorbeilaufen leicht übersehen könnte. Direkt hinter der Tür beginnt schon der Tresen, über eine schmale Treppe geht es hinunter zu einem weiteren kleinen Bereich mit gerade einmal einem Tisch für ein paar Personen. In dieser Taberna erwartete uns allerdings nicht das Essen als Hauptdarsteller, sondern der hauseigene Vermut-Cocktail Manuela.
Der wurde direkt neben unserem Tisch vor unseren Augen zubereitet. Spanischer Vermut hatte uns zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon positiv überrascht, denn geschmacklich ist er kaum mit dem handelsüblichen Wermut vergleichbar, den wir von zu Hause kannten. Auch der Manuela war richtig lecker und erstaunlich süffig. Den Alkohol schmeckte man nämlich kaum, was bei einem solchen Cocktail durchaus gefährlich werden kann.
Ganz ohne Essen ging es natürlich trotzdem nicht weiter. Dazu teilten wir uns eine kleine Tapasplatte mit Manchego, Mini-Salami, Crackern und einer Gilda mit Sardelle und Essiggurke.
Mein Mann kam an diesem Stopp übrigens in den Genuss eines zweiten Manuela. Eine der beiden Frauen aus Seattle stillte noch und verzichtete deshalb auf ihren eigenen Cocktail. Nachdem sie kurz bei ihrer Freundin probiert hatte, lächelte sie meinen Mann an und schob ihm ihr Glas hinüber. Er ließ sich nicht lange bitten.
Calamari-Sandwich bei El Abuelo
Beim dritten Stopp kamen wir dem Plaza Mayor immer näher und merkten deutlich, dass wir inzwischen mitten im touristischen Zentrum Madrids angekommen waren. Rund um El Abuelo in der Calle de Toledo war es richtig voll. Mit unserer kleinen Gruppe bekamen wir trotzdem einen Platz direkt vorne am Eingang.
Hier wartete eine der typischen Madrider Spezialitäten auf uns: Bocadillo de Calamares, also ein Calamari-Sandwich. Bei El Abuelo wird es allerdings nicht im klassischen hellen Brot serviert, sondern in schwarzem, mit Tintenfischtinte gefärbtem Brot. Für unsere Gruppe wurden zwei Sandwiches aufgeteilt, dazu gab es Rotwein. Und das war für mich tatsächlich eines der kulinarischen Highlights der Tour – das Sandwich war megalecker. Gleichzeitig war ich inzwischen ganz froh, dass wir keine riesige Portion davon bekamen. Tortilla und Tapas machten sich langsam bemerkbar und ein weiterer Stopp lag schließlich noch vor uns.
Bei El Abuelo entwickelte unsere kleine Gruppe dann auch immer mehr Eigendynamik. Schon zu Beginn der Tour hatte uns die Australierin erzählt, dass ihr Koffer nicht in Madrid angekommen war und sie deshalb kurzerhand ihren Schlafanzug angezogen hatte, dem man das übrigens überhaupt nicht ansah. Da sie schon am nächsten Tag weiterreisen wollte und unter anderem noch Marrakesch auf ihrer Route lag, waren wir schnell bei Reisegeschichten und Tipps für ihre nächsten Stationen.
Für das nächste Gesprächsthema sorgte ausgerechnet der Name des Babys der beiden Frauen aus Seattle: Enzo. Für meinen Mann als Ferrari-Fan lag die Verbindung zu Enzo Ferrari natürlich sofort auf der Hand. Als sich herausstellte, dass Enzos Mutter gar nicht wusste, wer Enzo Ferrari war, bekam sie nicht nur die entsprechende Ferrari-Geschichte erzählt, sondern gleich noch die Geschichte unseres früheren Katers Enzo dazu.
Während mein Mann mit den beiden Frauen aus Seattle weiter über Ferrari und Enzo sprach, unterhielt ich mich mit Yvonne und der Australierin. Irgendwann meinte ich, damit sei ja zumindest geklärt, wem mein Mann beim Formel-1-Rennen am Sonntag die Daumen drückt. Die Antwort der Australierin kam prompt: natürlich McLaren. Da sie damit bei mir an der richtigen Adresse war, hatten wir direkt das nächste Gesprächsthema gefunden.
Spätestens jetzt war aus den Menschen, die sich eine gute Stunde zuvor noch fremd am Plaza de los Carros gegenübergestanden hatten, eine ziemlich gesprächige Runde geworden. Dass unsere Food Tour eigentlich nur zwei Stunden dauern sollte, hatte zu diesem Zeitpunkt vermutlich niemand von uns mehr auf dem Schirm.
Gefüllte Champignons im Mesón del Champiñón
Unser vierter Stopp führte uns ins Mesón del Champiñón in der Cava de San Miguel. Der Name ließ schon ziemlich eindeutig erahnen, was uns hier erwartete: Champignons. Serviert wurden sie mit Chorizo gefüllt, mit heißem Öl übergossen und mit jeweils zwei kleinen Spießen versehen. Dazu gab es Baguette. Ich bestellte einen Tinto de Verano, mein Mann blieb beim Vermut.
Spätestens hier merkten wir, wie sehr sich die vermeintlich kleinen Portionen inzwischen summiert hatten. Die Champignons waren lecker, aber wir aßen deutlich langsamer als noch zu Beginn der Tour. Was nach Tortilla, Tapas und Calamari-Sandwich einzeln betrachtet gar nicht nach so wahnsinnig viel Essen geklungen hatte, war mittlerweile eben doch eine ganze Menge.
Langsamer wurden wir allerdings nicht beim Reden. Eine der Frauen aus Seattle erzählte uns, dass ihre Eltern ihren Ruhestand in Monterey verbringen. Da wir selbst schon dort gewesen waren und Monterey sehr mochten, hatten wir sofort wieder ein gemeinsames Thema. Sie fragte uns schließlich, ob wir ein bestimmtes italienisches Restaurant am Pier kannten. Tatsächlich kannten wir es nicht nur, sondern hatten dort sogar einmal unseren Jahrestag gefeiert. Daraufhin erzählte sie uns, dass es das Restaurant inzwischen nicht mehr gibt: Nach polizeilichen Ermittlungen sei es geschlossen worden. Mit dieser Wendung unserer romantischen Urlaubserinnerung hatten wir nun wirklich nicht gerechnet.
Während wir uns immer weiter festquatschten, machte sich irgendwann zum ersten Mal bemerkbar, dass unsere Food Tour eigentlich einen Zeitplan hatte. Yvonne gab uns zu verstehen, dass wir langsam weitermussten, obwohl teilweise noch Essen auf dem Teller und Getränke im Glas waren. Wirklich auf die Uhr geschaut hatten wir bis dahin offenbar alle nicht. Die ursprünglich angesetzten zwei Stunden waren längst vorbei.
Am Ende schafften wir die Champignons trotzdem, aber spätestens hier war klar: Zu wenig zu essen bekommt man bei dieser Food Tour definitiv nicht. Und einen letzten Stopp hatten wir schließlich auch noch vor uns.
Churros mit heißer Schokolade
Zum fünften und letzten Stopp gab es noch etwas Süßes auf die Hand: Jeder von uns bekam einen Churro und dazu die für Spanien typische dickflüssige heiße Schokolade zum Dippen. Nach vier herzhaften Stopps war die Portion genau richtig. Der Churro war lecker, aber mehr als einen hätte ich zu diesem Zeitpunkt auch wirklich nicht mehr gebraucht.
Damit endete unsere Food Tour nach ungefähr drei statt der ursprünglich angesetzten zwei Stunden ziemlich abrupt. Churro aufgegessen, kurz verabschiedet, allen noch einen schönen Urlaub gewünscht und plötzlich stand unsere kleine Gruppe wieder auf der Straße und ging auseinander.
Das fanden wir tatsächlich ein bisschen schade. Nicht, weil drei Stunden für eine Food Tour grundsätzlich zu kurz gewesen wären, sondern weil die Zeit unglaublich schnell vergangen war und wir uns in unserer Gruppe so gut verstanden hatten. Wir hätten problemlos noch irgendwo zusammensitzen und weiterreden können. Stattdessen verabschiedeten wir uns voneinander und mein Mann und ich zogen weiter zur Bar Sidi.
Wie viel Essen bekommt man bei der Food Tour?
Wie viel man bei einer Food Tour tatsächlich isst, lässt sich erstaunlich schwer einschätzen. Gerade bei unserem ersten Stopp mit der Tortilla hielten wir uns alle eher zurück. Das Stück war gefühlt die größte einzelne Portion der gesamten Tour und wir wussten schließlich noch nicht, was uns an den nächsten vier Stationen erwarten würde. Obwohl noch Tortilla übrig war, griff deshalb niemand mehr beherzt zu.
Danach verteilte sich das Essen viel stärker über viele kleine Portionen. Bei den Champignons fiel uns beispielsweise gar nicht richtig auf, wie viel wir davon tatsächlich aßen. Die Teller standen in der Mitte und jeder nahm sich immer wieder einen einzelnen Champignon, statt sich eine komplette Portion auf den eigenen Teller zu laden. Irgendwann merkten wir aber trotzdem, dass wir deutlich langsamer wurden.
Genau das täuscht bei dieser Tour ein wenig: Keine der einzelnen Stationen wirkt übermäßig üppig, über mehrere Stunden summiert sich die Menge aber ordentlich. Dazu kamen bei fast jedem herzhaften Stopp noch die Getränke. Als wir zum Abschluss unseren Churro mit heißer Schokolade bekamen, war ich deshalb ziemlich froh, dass es tatsächlich nur einer pro Person war.
Für uns hat die Food Tour damit problemlos eine vollständige Mahlzeit ersetzt. Hungrig geht man hier definitiv nicht nach Hause. Gleichzeitig fand ich die Portionsgrößen insgesamt gut gewählt, zumal man bei den gemeinsam servierten Gerichten selbst ein bisschen steuern konnte, wie viel man tatsächlich essen wollte.
Was hätte unser Essen ohne Food Tour gekostet?
67 Euro pro Person fanden wir bei der Buchung für eine Food Tour mit fünf Stationen zunächst vollkommen in Ordnung. Erst während unserer weiteren Tage in Madrid fiel uns auf, wie günstig man in der Stadt teilweise essen und trinken kann. Deshalb wollte ich nach unserer Reise wissen, was die Speisen und Getränke unserer Tour ungefähr gekostet hätten, wenn wir sie als normale Gäste selbst bestellt hätten.
Die große Tortilla bei La Buha kostet regulär 17,99 Euro, die fünf Bier zusammen 19 Euro. Bei El Abuelo kamen für die beiden Calamari-Sandwiches etwa 17,50 Euro und für den Rotwein weitere 17,50 Euro zusammen. Im Mesón del Champiñón lagen drei Portionen Champignons bei 29,70 Euro, die Getränke bei ungefähr 20 Euro. Für Churros und heiße Schokolade kamen noch einmal etwa 6 Euro dazu.
Damit hätten die Speisen und Getränke dieser vier Stopps für unsere gesamte Gruppe regulär ungefähr 130 Euro gekostet. Nur die Taberna La Concha fehlt in dieser Rechnung noch, da ich für unsere Kombination aus Manuela-Cocktails und Tapasplatte keinen zuverlässigen Preis finden konnte.
Teilt man die rund 130 Euro durch unsere fünf Teilnehmer, landet man bei ungefähr 26 Euro pro Person plus dem Stopp in La Concha. Bezahlt haben wir für die Food Tour jeweils 67 Euro. Dass der Tourpreis deutlich über dem reinen Wert der Speisen und Getränke liegt, ist bei einer geführten Food Tour allerdings grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Schließlich bezahlt man nicht nur das Essen, sondern auch die Planung und Organisation der Tour, die Auswahl der Restaurants und Gerichte sowie die Zeit des Guides. Dazu kommt der Komfort, sich um Reservierungen, Bestellungen und die Route nicht selbst kümmern zu müssen.
Unser Fazit zur Food Tour in Madrid
Würde ich die Food Tour von Carpe Diem Tours noch einmal für 67 Euro pro Person buchen? Wahrscheinlich nicht. Bereut haben wir die Buchung trotzdem überhaupt nicht. Wir haben Restaurants kennengelernt, in die wir allein vermutlich nicht gegangen wären, Gerichte probiert, die wir selbst vielleicht nicht bestellt hätten, und ganz nebenbei noch einiges über Madrid erfahren.
Vor allem haben wir durch die Tour eine Ecke Madrids anders kennengelernt, durch die wir sonst wahrscheinlich einfach nur durchgelaufen wären. Rund um den Plaza Mayor befinden wir uns schließlich mitten im touristischen Zentrum und unsere erste Reaktion auf solche Gegenden ist meistens: Hier wird es voll und teuer, also lieber woanders essen. Dass sich zwischen den Touristenströmen trotzdem interessante kleine Bars und Restaurants verstecken, hätten wir ohne die Food Tour vermutlich gar nicht entdeckt.
Gerade beim ersten Besuch in einer Stadt finde ich die Idee einer Food Tour deshalb nach wie vor richtig gut. Man muss sich nicht vorher durch Restaurantbewertungen und Speisekarten arbeiten, sondern bekommt eine Auswahl präsentiert und probiert innerhalb weniger Stunden verschiedene Spezialitäten. In Madrid kommt allerdings hinzu, dass man auch auf eigene Faust erstaunlich gut und vergleichsweise günstig essen kann. Nachdem wir das während unserer fünf Tage immer wieder erlebt hatten, erschienen uns die 67 Euro pro Person rückblickend etwas weniger attraktiv als noch bei der Buchung.
Was unsere Tour besonders gemacht hat, lässt sich ohnehin nicht in Euro berechnen: Wir hatten mit unserer kleinen Gruppe einfach Glück. Aus fünf Menschen, die sich vorher nicht kannten, entwickelte sich ziemlich schnell eine Runde, in der ständig neue Gespräche entstanden. Dadurch vergingen selbst die drei Stunden wie im Flug. Genau deshalb fanden wir es auch schade, dass die Tour am Ende so abrupt vorbei war.
Die offiziell angegebenen zwei Stunden halte ich allerdings für ziemlich knapp. Schon bei unserer Tour am Mittag wurden daraus ungefähr drei Stunden und gegen Ende mussten wir trotzdem langsam aufs Tempo drücken. Umso glücklicher war ich im Nachhinein mit unserer Entscheidung für den Start um 12 Uhr. La Buha öffnete regulär erst um 13 Uhr, sodass wir bei unserem ersten Stopp das Restaurant tatsächlich komplett für uns hatten. Das machte den Einstieg in die Tour ausgesprochen entspannt. Wenn ich noch einmal zwischen 12 und 20 Uhr wählen müsste, würde ich deshalb ganz klar wieder die Mittagszeit nehmen. Wie man dieselben fünf Stopps am Abend innerhalb von zwei Stunden schaffen soll, wenn in den Restaurants und rund um den Plaza Mayor deutlich mehr los ist, kann ich mir nur schwer vorstellen. Schon bei unserer Mittagstour wurde es im weiteren Verlauf schließlich immer voller.
Unterm Strich bin ich froh, dass wir die Tour gebucht haben. Ein zweites Mal würde ich die gleichen 67 Euro vermutlich lieber nehmen und mich selbst durch Madrid essen. Aber genau das können wir jetzt auch besser, weil uns die Food Tour gezeigt hat, dass wir selbst im touristischsten Teil der Stadt nicht automatisch an jedem Restaurant vorbeilaufen sollten.
Deine Madrid-Planungstools
Für einen entspannten Städtetrip nach Madrid:
Vom Flughafen in die Innenstadt: Für ein offizielles Taxi vom Flughafen Madrid-Barajas zu einem Ziel innerhalb der M-30 gilt ein Festpreis von 33 Euro pro Fahrt. Günstiger geht es mit dem Zug. Wir haben für die Fahrt in die Innenstadt 7,80 Euro pro Person bezahlt und mussten in Chamartín umsteigen.
Touren & Erlebnisse: Tickets, Führungen und besondere Aktivitäten in Madrid findest du bei GetYourGuide.
¡Salud!
Susann
FAQ zur Food Tour in Madrid
Wie viel kostet die Food Tour in Madrid? Wir haben unsere Food Tour über GetYourGuide gebucht und 67 Euro pro Person bezahlt. Für uns beide waren das insgesamt 134 Euro. Zum Zeitpunkt unserer Buchung gab es dort auch günstigere und teurere Food Touren durch Madrid.
Wie lange dauert die Food Tour? Unsere Tour war offiziell mit zwei Stunden angegeben, tatsächlich waren wir ungefähr drei Stunden unterwegs. Ich würde nach der Tour deshalb keinen unmittelbar anschließenden Termin einplanen.
Welche Startzeit ist besser: 12 oder 20 Uhr? Ich würde jederzeit wieder die Tour um 12 Uhr wählen. Unser erster Stopp, La Buha, öffnete regulär erst um 13 Uhr, sodass wir das Restaurant komplett für uns hatten. Im Laufe der Tour wurde es rund um den Plaza Mayor immer voller.
Wird man bei der Food Tour satt? Ja. Die einzelnen Portionen wirken zunächst gar nicht besonders groß, summieren sich über fünf Stopps aber ordentlich. Für uns hat die Food Tour problemlos eine komplette Mahlzeit ersetzt.
Welche Speisen und Getränke waren bei der Food Tour dabei? Wir probierten eine Tortilla mit Ziegenkäse und karamellisierten Zwiebeln, verschiedene Tapas, ein Calamari-Sandwich, mit Chorizo gefüllte Champignons sowie Churros mit heißer Schokolade. Dazu gab es unter anderem Bier, den Vermut-Cocktail Manuela, Rotwein, Vermut und Tinto de Verano.
Lohnt sich eine Food Tour in Madrid? Für uns hat sich die Tour vor allem gelohnt, weil wir Restaurants und eine Ecke Madrids kennengelernt haben, die wir auf eigene Faust vermutlich weitgehend ignoriert hätten. Für 67 Euro pro Person würde ich genau diese Tour trotzdem kein zweites Mal buchen. Bereut haben wir sie aber keineswegs.
Madrid weiter entdecken
Madrid besteht aus viel mehr als Palacio Real und Plaza Mayor. Wir haben die Stadt eine Woche lang erkundet, von Chueca und den klassischen Sehenswürdigkeiten bis zu Aussichtspunkten über den Dächern der Stadt, kleinen Bars und richtig guten Restaurants. Dabei sind einige Erfahrungen zusammengekommen, die in einem einzigen Madrid-Guide kaum sinnvoll unterzubringen wären.
Hier findest du nach und nach alle unsere Madrid-Artikel mit persönlichen Erfahrungen und praktischen Tipps für deine eigene Reise:
- Madrid kulinarisch entdecken: Restaurants, Tapas & unsere Erfahrungen
- geführte Food Tour Madrid: Unsere Erfahrungen & lohnt sie sich?
- Madrid Sehenswürdigkeiten: Unsere Highlights, Viertel und schönsten Aussichten nach einer Woche in der Stadt
- Formel 1 in Madrid: Unsere Erfahrungen beim Qualifying und alles, was wir rund um unseren Besuch erlebt haben
- Vom Flughafen Madrid ins Zentrum: Taxi, Zug und Metro sowie unsere Erfahrungen mit dem öffentlichen Nahverkehr
- Wo in Madrid übernachten? Warum die richtige Hotellage bei einem Städtetrip einen großen Unterschied macht
- Business Class und Lounges auf dem Weg nach Madrid: Unsere Erfahrungen mit Lufthansa und den Lounges in Hamburg, Madrid und Frankfurt
Und dabei wird es vermutlich nicht bleiben. Einige Madrid-Geschichten schlummern noch in unseren Fotos und Notizen und bekommen nach und nach ihren eigenen Platz.
Du möchtest noch mehr von Spanien entdecken? In meinem Spanien Reise Guide findest du auch unsere Reisen nach Mallorca und Fuerteventura sowie alle weiteren Spanien-Artikel auf einen Blick.
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