Das Titelbild für Coonies Conquest mit der Aufschrift „Erfahrungsbericht Maine Coon – Unsere Erwartungen vor dem Einzug vs. die Realität“. Zu sehen sind die beiden Maine Coon Kitten Macy und Murphy, die eng aneinander gekuschelt auf einem Holzbrett vor einem großen Fenster mit Blick in den Garten sitzen.

Erfahrungsbericht Maine Coon: Unsere Erwartungen vor dem Einzug vs. die Realität

Bevor wir hier in die Details gehen, möchten wir eines kurz klarstellen: Mein Mann und ich sind keine blutigen Anfänger. Wir gehören nicht zu der Fraktion, die sich Hals über Kopf das erste Haustier holt, um spontan ein bisschen Content zu produzieren. Uns ist völlig bewusst, dass wir hier eine Verantwortung und Verpflichtung für die nächsten – hoffentlich mindestens – 20 Jahre eingegangen sind. Und genau so gehen wir das Thema auch an.

Wir bringen beide, völlig unabhängig voneinander, jahrelange Katzenerfahrung mit. Von Persern bis hin zu Europäischen Kurzhaar-Katzen war in unseren Familien und Leben schon alles dabei. Wir wissen, was es bedeutet, Verantwortung für ein Tierleben zu tragen. Wir haben den Alltag mit chronischen Krankheiten wie Diabetes durchgestanden, haben Erfahrung mit Niereninsuffizienz und wissen, wie man Katzen im Alter pflegt und wie teuer das werden kann. Kurz gesagt: Uns überrascht so schnell nichts mehr, wenn es um das Thema Katze geht.

Und doch gab es da diesen einen Wunsch, den ich schon eine gefühlte Ewigkeit mit mir herumgetragen habe: Ich habe immer schon von einem roten Maine-Coon-Kater geträumt. Einmal im Leben so einen sanften Riesen mit dem roten Löwenfell an seiner Seite zu haben. Das war mein absoluter Herzenswunsch. Tja, was soll ich sagen? Der Traum wurde wahr, Murphy zog ein, er ist wunderschön… und er interessiert sich natürlich fast ausschließlich für Pawpaw.

Nach Murphys Einzug (mit Macy direkt im Doppelpack), passierte etwas Seltsames: Wer anfängt, sich speziell über diese Rasse zu informieren, wird im Internet mit einer derartigen Flut an Sonderregeln, Warnungen und extremen Vorher-Nachher-Vergleichen überschüttet, dass selbst wir unwillkürlich kurz ins Grübeln kamen. Auf Social Media sieht es oft so aus, als würde ein Coonie-Kitten innerhalb von vier Wochen vom flauschigen Wollknäuel zum ausgewachsenen Luchs mutieren, der Unmengen an Futter inhaliert und für den man im Wochentakt die Wohnung umbauen muss.

Inzwischen sind die beiden vier Monate alt und wir können ganz entspannt sagen: Lasst euch nicht verrückt machen! Selbst wir hatten vor dem Einzug ein Bild im Kopf, das sich in der Realität als völlig übertrieben herausgestellt hat. Hier sind die Punkte, die wir uns durch den Internet-Hype ganz anders vorgestellt haben.

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Eine Fotocollage von Coonies Conquest zum Thema Maine Coon Mythen. Links liegt das rote Maine Coon Kitten Murphy mit einem schwarzen Geschirr im grünen Gras. Rechts zeigen kleinere Bilder die Katzen beim Erkunden eines Rucksacks sowie beim Entspannen im Haus.

Maine Coon Erfahrungsbericht

Als wir uns auf den Einzug von Macy und Murphy vorbereitet haben, schwirrten uns die wildesten Zahlen zum Thema Futter durch den Kopf. Unsere Züchterin gab uns zum Beispiel den Tipp, dass wir schon ab dem vierten Monat getrost auf die großen 800g-Dosen umsteigen könnten.

Im ersten Moment schoss mir da natürlich kurz der Schweiß auf die Stirn: Bitte was? 800 Gramm? Atmen die das Futter einfach weg? Brauche ich einen Zweitjob im Großhandel? Und dann ziehen die beiden Kleinen endlich ein und die Realität holt dich am allerersten Morgen knallhart ein. Da standen wir nun – trotz all unserer jahrelangen Katzenerfahrung –, guckten uns an, guckten auf die Kitten, guckten auf den Napf und die große Frage im Raum war: „Ja, wie viel mache ich denn jetzt eigentlich drauf? Sind 30 Gramm schon zu viel für den kleinen Magen?“ Man fängt plötzlich wieder ganz von vorne an und zweifelt an den einfachsten Dingen.

Inzwischen sind die beiden vier Monate alt, der Nebel hat sich gelichtet und wir können alle zukünftigen Coonie-Eltern absolut beruhigen: Sie fressen aktuell zusammen gerade mal rund 500 Gramm am Tag und wenn sie mal so richtig Kohldampf haben, werden es vielleicht 600 Gramm. Der vermeintliche 800g-Schock aus der Vorbereitungszeit lässt sich im Nachhinein ganz logisch erklären: Ein Züchterhaushalt rechnet einfach in völlig anderen Dimensionen. Wenn im Haus mehrere erwachsene Katzen plus ein ganzer Haufen hungriger Kitten herumlaufen, greift man aus reiner Praktikabilität direkt zur großen Dose. Für zwei Kitten zu Hause braucht man diese Riesenmengen am Anfang einfach noch nicht.

Was man allerdings fairerweise dazusagen muss und was wahrscheinlich für die ganzen extremen Gerüchte im Netz sorgt: die berühmt-berüchtigten Wachstums-Fress-Flashs. Ja, es gibt diese Tage! So ungefähr alle vier Wochen steht gefühlt ein neuer Schub an, und dann wird am Napf inhaliert, als gäbe es kein Morgen mehr. Aber und das ist das große Aber: Diese Flashs kommen natürlich nicht bei beiden Katzen gleichzeitig. Während der eine gerade den Kühlschrank plündern möchte, frisst der andere ganz normal und muss aufpassen, dass sein Futter nicht geklaut wird. An einem ganz normalen Tag mutieren sie eben nicht zu nimmersatten Scheunendreschern, sondern das Ganze pendelt sich wieder völlig entspannt ein.

Und hier kommt unser wichtigster Learning-Tipp: Lasst sie fressen, so viel sie wollen!

Gerade bei Maine Coons im Wachstum ist das sogenannte „All you can eat“ der absolute Schlüssel zu entspannten Mahlzeiten. Wir füttern ohne festes Limit und füllen den Napf nach, wenn er leer ist. Warum? Weil Kitten in den ersten Monaten ein natürliches Sättigungsgefühl entwickeln müssen. Wer hier anfängt zu rationieren, zieht sich im schlimmsten Fall gierige Schlinger heran, die aus Angst vor dem leeren Napf alles in sich hineinstopfen. Wenn die Kleinen aber merken: „Hey, hier herrscht kein Mangel, es ist immer genug da“, dann hören sie ganz von alleine auf, wenn sie satt sind. Und keine Sorge vor Übergewicht: Das wird nicht in Speck angesetzt, sondern wandert bei den beiden aktuell eins zu eins in die Knochen und das Fell! Auch wenn das nach dem Fressen nicht so aussieht.

Fotocollage von Coonies Conquest über Maine Coon Mythen. Rechts sitzt eine Maine Coon Katze mit Geschirr und blauer Leine im Garten vor hohen grünen Pflanzen. Links zeigen Detailaufnahmen die Kitten Macy und Murphy beim Entspannen im Haus.

Wenn man sich durch die gängigen Maine-Coon-Foren und Social-Media-Kanäle klickt, bekommt man schnell das Gefühl, man müsste zur Vorbereitung direkt die gesamte Wohnung auf Tiger-Maße umrüsten. Da sieht man Bilder von gigantischen Katzen, die kaum noch auf ein normales Sofa passen, und liest Warnungen, dass man bloß von Tag eins an alles in der „Giant-Ausführung“ kaufen muss, weil die Kitten sonst innerhalb von vier Wochen aus allem herauswachsen.

Auch wir hatten vor dem Einzug von Macy und Murphy diese Erwartung im Kopf: Müssen wir die Wohnung direkt alles auf „alles in XXL“ einrichten? Wachsen sie uns über den Kopf, während wir schlafen? Inzwischen können wir auch hier völlig Entwarnung geben: Das Wachstum verläuft im echten Leben unheimlich gleichmäßig und man hat verdammt viel Zeit. Hier sind mal unsere ganz aktuellen Zahlen von den beiden mit genau 4 Monaten (bzw. 18 Wochen):

  • Murphy hat von der reinen Körperlänge her tatsächlich jetzt schon eine normale, ausgewachsene Hauskatze überholt, bringt dabei aber völlig gesunde und „handliche“ 3,5 kg auf die Waage.
  • Macy hat aktuell etwa die Größe einer ausgewachsenen, weiblichen EKH und wiegt 2,6 kg.

Man sieht also: Ja, das Gestell wächst fleißig und sie strecken sich, aber sie explodieren nicht über Nacht zum schweren Urwald-Luchs. Sie sind und bleiben mit ihren 4 Monaten erst einmal Teenager-Kitten.

Und vor allem sieht das Ganze im Alltag herrlich ungelenk aus! Während auf Instagram immer die majestätischen Riesen präsentiert werden, sitzt hier aktuell ein Murphy, der mit seinen großen, langen Beinen noch überhaupt nichts anzufangen weiß. Wenn man ihn auf den Arm nimmt, artet das regelmäßig in ein kleines Sortier-Puzzle aus, weil er einfach nicht recht weiß, wo er diese ganzen Gliedmaßen jetzt eigentlich parken soll. Er wächst eben typisch Coonie-mäßig: Erst kommt die Länge, und die Koordination versucht irgendwie hinterherzukommen.

Was sich allerdings jetzt schon phänomenal verdoppelt hat, ist der Schwanz! Gefühlt sind die Puschel mittlerweile fast so dick wie die Katzen selbst. Während der restliche Körper noch mitten in der schlaksigen Teenie-Phase steckt, tragen die beiden hinten rum schon den absoluten Luxus-Pelz spazieren. Das sieht unheimlich drollig aus und ist wohl der beste Beweis dafür, dass Maine Coons einfach in Etappen wachsen.

Man muss also nicht am Tag des Einzugs den dreihundert Euro teuren XXL-Kratzbaum für ausgewachsene Kater im Wohnzimmer stehen haben, auf dem sich die Mini-Kitten komplett verlieren. Ein stabiler Kratzbaum, ein gutes Katzenklo und die übliche Erstausstattung reichen für den Anfang völlig aus. Man wächst mit den Katzen mit. Man hat Monate, wenn nicht sogar Jahre Zeit, um nach und nach auf größere Varianten umzusteigen, wenn die beiden irgendwann tatsächlich an den Rändern überhängen. Lasst euch also auch hier nicht einreden, dass ihr sofort einen halben Zoo-Großhandel leerkaufen müsst!

Wenn man sich im Netz umschaut, wie man den intelligenten Maine Coons gerecht wird, stößt man schnell auf das Thema Clickertraining. Es wirkt oft so, als müsste man feste Trainingszeiten einführen, Target-Sticks kaufen und Konditionierungsmethoden studieren, um die Riesen zu erziehen. Unsere Erfahrung zeigt: Ja, sie lernen unheimlich gern und schnell, aber man kann das Training wunderbar einfach in den Alltag integrieren. Man braucht keine Wissenschaft daraus zu machen; Leckerlis und kurze, klare Kommandos reichen völlig aus. Der Trick ist eigentlich ganz simpel: Wenn die Katzen von sich aus ein bestimmtes Verhalten zeigen, nutzt man das einfach!

Nehmen wir Murphy als Beispiel: Dank Pawpaw ist er ein absolutes Armkätzchen. Zu Beginn war er dabei allerdings etwas zu stürmisch und sprang einem auch gerne mal beim Ausräumen der Spülmaschine unverhofft mit ausgefahrenen Krallen in den Rücken. Das haben wir ihm konsequent abgewöhnt. Stattdessen sitzt er jetzt auf der Sessellehne und wartet geduldig, bis das Kommando „Und los!“ kommt. Mittlerweile springt er komplett ohne Krallen. Nur die Koordination üben wir noch: Sein Hintern fällt beim Landen oft noch wie ein nasser Sack nach unten, sodass man immer die Hand drunterhalten muss, um ihn aufzufangen. Um das zu trainieren, gehen wir jetzt immer schon einen Schritt weiter zurück, damit wir alle lernen, wie weit er eigentlich springen kann. Es klappt super!

Macy schaut sich das Ganze fleißig an. Sie springt zwar noch nicht, legt aber immerhin schon die Pfoten auf unsere Schultern. Dafür ist sie der absolute Profi in einer anderen Disziplin: Sobald das Wort „Raus“ fällt, steht sie stramm Spalier an der Terrassentür und wartet auf ihr Westengeschirr. Sie lässt sich das Ganze unheimlich geduldig anziehen. Natürlich haben wir das am Anfang mit tonnenweise Leckerlis belohnt, aber mittlerweile ist es Routine.

Ansonsten kommen wir im Alltag mit einem einfachen, deutlichen „Au!“ oder „Nein!“ verdammt gut voran. Vielleicht haben wir auch einfach extrem unkomplizierte Kitten abbekommen, aber wir sind fest davon überzeugt: Man muss kein Profitrainer sein. Wer aufmerksam ist und die natürlichen Verhaltensweisen der Kleinen im Alltag lenkt, kriegt die Erziehung ganz entspannt und harmonisch hin.

Eine Coonies Conquest Collage zum Thema Maine Coon Mythen. Rechts kuscheln die beiden Maine Coon Kitten Macy und Murphy auf einem Holzbrett, links zeigen kleinere Bilder die Katzen beim Entspannen auf dem Sofa und neugierig sitzend in einem Topf mit Katzengras.

Wenn man sich Videos von Maine Coons im Internet anschaut, sieht man ständig Katzen, die fasziniert am plätschernden Wasserhahn hängen, mit den Pfoten im gefüllten Waschbecken planschen oder eifrig im Wassernapf graben. Man liest überall, dass sie die geborenen „Wasserhunde“ unter den Samtpfoten seien. Als erfahrener Katzenhalter schüttelt man da im ersten Moment vielleicht den Kopf, denn die meisten Katzen machen um Wasser ja bekanntlich einen riesigen Bogen.

Doch wir können nach den ersten Monaten mit unseren beiden ganz klar sagen: Dieser Mythos stimmt absolut! Die Faszination für Wasser ist bei dieser Rasse wirklich genetisch fest verbaut.

Allerdings gibt es auch hier eine kleine Rollenverteilung im Haus: Während Macy die Sache eher gesittet und ladylike angeht, ist Murphy der absolute Chef-Bademeister. Er liebt Wasser über alles und nutzt jede Gelegenheit, um das nasse Element genaustens zu untersuchen. Was das im echten Leben bedeutet? Nun ja, Murphy patscht mit schöner Regelmäßigkeit mal eben gut 500 ml Wasser aus dem Brunnen. Ein normaler Wassernapf wird hier schließlich nicht einfach nur zum Trinken genutzt – er wird bespielt, umgegraben und kurzerhand entleert.

Unsere Rettung im Alltag: Wir have direkt eine Spezialunterlage von Trixie mit einem 1 cm hohen Rand unter den Brunnen gepackt. Die kostet keine 9 € und rettet uns täglich den Boden.

Aber der Brunnen und die Dusche (die nach jedem Benutzen von beiden gestürmt wird, um sich heimlich nass zu machen) sind noch gar nicht der Höhepunkt. Es kommt nämlich noch viel besser: Ich trinke unheimlich gerne aus großen, breiten Gläsern. Was passiert? Natürlich kommen sofort beide Katzen anmarschiert, um zu gucken, was Meowmy da Feines hat. Da die zwei die Wasserhöhe aber noch überhaupt nicht einschätzen können, stecken sie jedes Mal die komplette Schnute samt Nase tief ins Glas hinein um das Wasser im nächsten Moment wild prustend und niesend im hohen Bogen wieder von sich zu geben. Da ist es dann schlagartig vorbei mit dem majestätischen Rassen-Look!

Es ist unglaublich drollig zuzusehen, aber man lernt schnell, dass „Wasserliebe“ bei Katzen eben auch bedeutet, dass man öfter mal den Wischmopp schwingen darf und sein eigenes Getränk am besten niemals unbeaufsichtigt lässt! 😉

Fotocollage von Coonies Conquest zum Thema Maine Coon Mythen. Links sitzen die beiden Maine Coon Kitten Macy und Murphy gemeinsam am Fenster, rechts sind Schnappschüsse beim Schlafen, in einer Kuschelhöhle und als Nahaufnahme zu sehen.

Wenn man Erfahrungsberichte liest, wird die Maine Coon oft als „Hundekatze“ beschrieben, die ihrem Menschen auf Schritt und Tritt folgt. Gleichzeitig liest man im Netz aber auch oft die Frage: „Wehe, du holst dir zwei! Werden die dann nicht extrem eifersüchtig untereinander, wenn einer mehr Aufmerksamkeit bekommt?“ Viele Foren wiegeln da ab und sagen, das gäbe es bei so sozialen Katzen nicht. Wir können nach den ersten Monaten im Bett-Praxistest ganz klar sagen: Oh doch, sie SIND eifersüchtig! Und wie! Bei uns läuft das regelmäßige Eifersuchts-Drama meistens abends oder morgens im Bett ab. Das Szenario sieht so aus: Ich liege im Bett, Macy kommt anmarschiert und legt sich schnurrend mit aufs Kopfkissen. Wir schmusen, wir kuscheln, sie wirft den Motor an und genau dieses laute Schnurren ruft den Bruder auf den Plan. Murphy, der alte Taktiker, kommt sofort angedackelt und versucht sich natürlich direkt auf die streichelnden Hände zu legen, damit er auch ja etwas abbekommt. Oder noch geiler: Er legt sich einfach lang ausgestreckt quer über meinen Hals, um die Aufmerksamkeit komplett zu blockieren.

Man hat in dem Moment automatisch den Impuls: „Ach, ich habe doch zwei Hände, dann streichel ich eben zwei Katzen.“ Macht bloß nicht diesen Fehler! Das lernt man ganz schnell. Unser goldener Erziehungs-Trick im Alltag lautet: Wer zuerst da war, wird weitergestreichelt – ganz konsequent. Erst wenn das erste Kitten (in unserem Fall Macy) von alleine geht, ist das zweite dran. Bei Murphy klappt diese Regelung inzwischen schon super, er wartet dann. Bei Macy allerdings noch überhaupt nicht. Die Prinzessin findet es absolut furchtbar, wenn ihr Bruder mal zuerst dran ist und sie warten soll. 😉

Und was das Thema „Fixierung“ angeht: Auch dieser Teil des Mythos stimmt voll und ganz. Nur eben anders, als ich es mir jahrelang erträumt habe. Murphy ist nämlich absolut nicht mein roter Kater geworden, sondern zu einhundert Prozent Pawpaws roter Kater. Die beiden sind ein Herz und eine Seele. Aber das Schicksal war gerecht: Dafür habe ich mein Kuschelkissen-Mädchen Macy fest an meiner Seite!

Man kriegt die Eifersucht mit klarer Linie und etwas Struktur also wunderbar in den Griff, aber lasst euch nicht erzählen, dass diese Riesen keine ganz klaren Besitzansprüche an ihre Lieblingsmenschen stellen!

Wer sich im Netz über das prachtvolle Halblanghaar-Fell der Coonies informiert, stößt unweigerlich auf endlose Listen an Pflegeprodukten. Da wird einem erklärt, dass man ohne Entfilzungsmesser, spezielle Unterwoll-Rechen, Puder und Glanzsprays absolut aufgeschmissen ist. Es klingt oft so, als müsste man täglich stundenlang ein striktes Beauty-Programm durchziehen.

Unsere ehrliche Realität mit den beiden Viermonatigen sieht anders aus: Wir haben genau eine feinere Bürste für die Unterwolle und einen simplen Kamm (vor allem für die Zecken) und das reicht an Werkzeug völlig aus! Das Fell ist momentan eigentlich noch recht pflegeleicht. Aber und jetzt kommt das große Aber, das kein Züchterprospekt freiwillig abdruckt: Es gibt Stellen am Maine-Coon-Körper, die im Alltag echte Arbeit machen. Und das ist nicht die Unterwolle, sondern ganz andere Baustellen!

Da sind zum einen die berühmt-berüchtigten „Hosen“. Maine Coons tragen hinten rum diese wunderschönen, plüschigen Pluderhosen. Wenn dann im Kittenalter durch Futterwechsel auch noch weicherer Kot ins Spiel kommt, ist das Drama vorprogrammiert. Unsere pragmatische Lösung: Wir haben kurzen Prozess gemacht, einen Tier-Rasierer gekauft und kürzen die Hosen aktuell vorsichtig auf etwa 1 cm Felllänge. Das sieht vielleicht nicht nach High-Fashion aus, rettet uns aber täglich das Leben und den Teppich!

Was uns aber noch viel mehr überrascht hat, sind die verkrusteten Riesen-Nasen. Weil die beiden so gigantische Mäulchen haben und beim Fressen halbe Tiefseetauchgänge im Napf veranstalten, sind sie regelmäßig seitlich komplett verkrustet (mit getrockneten Futterresten)! Das Zeug nervt die Kleinen natürlich tierisch, weshalb sie ständig heftig niesen. Da darf man dann regelmäßig als Beauty-Assistent antreten und die Schnuten saubermachen.

Und zu guter Letzt: Die Ohren. Die großen Luchs-Lauscher sind gefühlt dreimal schneller dreckig als bei jeder normalen Hauskatze. Einmal die Woche müssen wir ganz konsequent die Ohrmuscheln mit einem Tuch reinigen, damit die beiden weiterhin so hübsch aussehen und sich nichts entzündet.

Und weil unsere beiden ja an der Leine mit uns rausgehen, gibt es sonntags noch das volle Wellness-Programm für die Pfoten! Einmal die Woche werden die Fußballen gründlich mit sensitiven Babytüchern (die sind dafür einfach spitze!) saubergemacht. Anschließend massieren wir ein bisschen Kokosöl auf die Ballen. Das hält die Haut wunderbar geschmeidig und hat einen genialen Nebeneffekt: Man sieht und fühlt sofort, ob sie sich draußen beim Erkunden vielleicht eine kleine Verletzung oder einen Splitter eingefangen haben.

Vergesst also den teuren Schnickschnack aus den Foren. Stellt euch stattdessen lieber auf eine Karriere als Ohren-Putzer, Schnuten-Abwischer und Hosen-Friseur ein!

Und der allerwichtigste Tipp überhaupt: Gewöhnt sie rechtzeitig ans Kämmen! Auch wenn das Teenager-Fell aktuell so pflegeleicht ist, dass man die Bürste eigentlich gar nicht bräuchte – tut es trotzdem. Tut es jeden Tag ein paar Striche, besetzt es positiv mit Leckerlis und macht ein festes Ritual daraus. Wer diese Phase jetzt verschläft, hat in ein, zwei Jahren einen ausgewachsenen 8- bis 10-Kilo-Riesen zu Hause sitzen, bei dem die Unterwolle plötzlich unbarmherzig filzt, der sich aber mit allen vier Pfoten und Krallen gegen die Bürste wehrt. Die rechtzeitige Gewöhnung im Kittenalter ist der einzige Schlüssel, um später die gefürchtete Filz-Katastrophe ohne Tierarzt-Besuch zu umschiffen.

Am Ende des Tages können wir nach den ersten Monaten mit Macy und Murphy nur sagen: Der Internet-Hype rund um die Maine Coons kocht vieles heißer, als es gegessen (oder prustend im Wohnzimmer verteilt) wird. Ja, sie sind speziell, sie wachsen anders, sie haben ordentlich Appetit und eine riesige, manchmal etwas eifersüchtige Persönlichkeit. Aber sie sind im Kern eben immer noch genau das: wunderbare Katzen, die mit ganz viel Liebe, gesundem Menschenverstand und – okay, vielleicht einer wasserfesten Unterlage, einem Trimmer für die Hosen und einem feuchten Tuch für die Schmutznasen – perfekt in den Alltag passen.

Lasst euch von den Foren da draußen keine grauen Haare wachsen, habt Mut zu pragmatischen Lösungen und genießt die Teenie-Zeit mit euren Plüschbären!

Wir schnappen uns jetzt jedenfalls wieder die Rucksäcke und wünschen euch ein wunderbares, entspanntes Wochenende!

Bis zum nächsten Mal aus dem Coonie-Chaos,

Susann mit Macy & Murphy

Häufig gestellte Fragen zu Maine Coon Katzen

Stimmt es, dass Maine Coons von Waschbären abstammen? Nein, das ist biologisch völlig unmöglich, da Katzen und Waschbären zwei komplett unterschiedliche Tierfamilien sind; der Mythos entstand lediglich durch den buschigen Schwanz und die Vorliebe der Coonies für Wasser.

Sind Maine Coons durch ihre Wildkatzen-Optik gefährlicher oder aggressiver als andere Katzen? Ganz im Gegenteil, trotz ihrer Pinselohren und ihrer stattlichen Größe gelten Maine Coons als die „Sanften Riesen“ der Katzenwelt, da sie extrem menschenbezogen, gutmütig und sozial sind.

Muss jede Maine Coon zwangsläufig über 10 Kilo wiegen? Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrglaube, denn während Kater im Schnitt 6 bis 9 Kilo auf die Waage bringen, sind Kätzinnen mit oft nur 4 bis 6 Kilo deutlich zierlicher und kleiner.

Stimmt es, dass alle Maine Coons verrückt nach Wasser sind? Viele Coonies spielen tatsächlich gerne mit fließendem Wasser oder tunken ihre Pfoten in den Napf, allerdings ist nicht jede einzelne Katze automatisch eine Wasserratte – auch hier entscheidet der individuelle Charakter.

Haben Maine Coons immer mehr Zehen als normale Katzen? Nein, der sogenannte „Polydaktylie“-Mythos betrifft heute nur noch wenige Linien; zwar blickt die Rasse auf eine Geschichte mit mehrzehigen Katzen zurück, im modernen Standard sind jedoch die normalen fünf Zehen vorne und vier hinten die Regel.

Pfötchen hoch, wer will noch mehr über unsere Reise-Abenteuer wissen? Hier findest du unsere bisherigen Highlights und Vorbereitungen für Macy & Murphy:

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