Tunis Reisetipps für eine 4-tägige Städtereise

Tunis, die pulsierende Hauptstadt Tunesiens, zieht Besucher mit ihrer faszinierenden Mischung aus Geschichte, Kultur und modernem Leben an. In der Altstadt, der Medina von Tunis, kannst du in eine Welt aus engen Gassen, prächtigen Moscheen und lebhaften Basaren eintauchen, die dir von ihrer reichen Vergangenheit erzählen. Historische Sehenswürdigkeiten wie das beeindruckende Bardo-Museum und die Al-Zaytuna-Moschee bieten Einblicke in die reiche Geschichte und Architektur der Region. Gleichzeitig bietet Tunis eine moderne Seite mit eleganten Boulevards, belebten Cafés und einer blühenden Kunst- und Kulturszene. Die vielfältige Küche, die von arabischen, berberischen und mediterranen Einflüssen geprägt ist, wird dich ebenso begeistern.

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Der Flughafen von Tunis liegt nordöstlich der Innenstadt und ist einer der verkehrsreichsten Flughafen Nordafrikas. Seine verkehrsgünstige Lage und Anbindung an die Stadt machen es dir leicht, an sein Ziel zu kommen. Wie an jedem Flughafen stehen zahlreiche Taxen am Ausgang bereit, um dich an dein Ziel zu bringen. Busse gibt es auch, die bringen dich bis ins Stadtzentrum, allerdings nicht in die Medina. Wir hatten uns für ein Hotel in der Medina entschieden und den hoteleigenen Shuttleservice gebucht. Man findet online aber auch viele Anbieter von privaten Shuttlefahrten vom und zum Flughafen.

Ein kleiner Tipp für den Flughafen: Solltest du noch über tunesisches Bargeld verfügen, solltest du es ausgeben, bevor du den Securitybereich passierst oder für deinen nächsten Besuch aufheben. Nach dem Securitycheck kannst du nur noch in Euro und US-Dollar bezahlen. Die Preise sind extrem hoch. Selbst für einen Espresso haben wir 7€ gezahlt.

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Unseren Aufenthalt in Tunis legten wir auf den Geburtstag meines Mannes im Januar, so dass wir eine breite Auswahl an Hotels zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis hatten. Wir entschieden uns für ein 5-Sterne Wellness Hotel in der Nähe des Kasbah Platzes – das Dar El Jeld. In diesem luxuriösen Hotel, konnten wir eine Junior Suite unser Eigen nennen. Diese beinhaltet neben dem klassischen Schlafbereich, einen Wohnbereich, Ankleidezimmer, Badezimmer mit Dusche, Wanne und Fußbodenheizung sowie eine separate Toilette. Jeden Morgen konnten wir vom Frühstücksbuffet wählen oder uns das Frühstück aufs Zimmer bringen lassen.

Das Hotel befindet sich in einem typischen tunesischen Dar. Der Zugang zu den Zimmern, Restaurant, Bar und Spabereich erfolgte über den offenen Innenhof, der mit luxuriösen Mosaiken und Dekoelementen geschmückt war. Ein hauseigener Shop mit Produkten aus Tunis befindet sich ebenfalls im Erdgeschoß.

Im Hotel selbst gibt es eine Bar mit angrenzendem Restaurant und einer Dachterrasse. Dort werden verschiedene täglich variierende Gerichte angeboten. Zur Auswahl stehen je 7 – 8 Vorspeisen und Hauptgerichte. Zu den Getränken gibt es immer eine kleine Platte mit 2 verschiedenen Dips, Brötchen, Gemüsesticks und Maistortillas. Alles super lecker. Empfehlen können wir die Ravioli mit Krabbenfleisch und Austernsoße.

Aber Achtung: Das hochangepriesene Restaurant Dar El Jeld befindet sich nicht im Hotel Dar El Jeld, sondern gegenüber auf der anderen Straßenseite! Dort waren wir ebenfalls essen, aber wir fanden das Restaurant im Hotel deutlich besser. Dazu im nächsten Abschnitt mehr.

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Es gibt sehr viele gute Restaurants in der Medina von Tunis, wo unser Hotel lag. Jedoch sind die Öffnungszeiten während der Nebensaison, den wenig vorhandenen Gästen angepasst. So kann es sein, dass Restaurants nur Essen bis 16 Uhr anbieten, und danach nicht wieder öffnen. Für die Handvoll von Restaurants, die ab 19 Uhr aufmachen, benötigst du unbedingt eine Reservierung.

Mein Geheimtipp für eine Mahlzeit zwischen 17 und 18 Uhr: die meisten Hotels haben ein Restaurant, dass auch für Nicht-Hotelgäste offen ist. Manchmal hängt eine Speisekarte davor. Manchmal sind die Türen zu den Hotels verschlossen und man bemerkt nicht, dass es sich bei dem Haus um ein Hotel handelt. Selten sind an den traditionellen Dars Hotelschilder angebracht, die das Geheimnis des Hauses preisgeben. Durch unseren Guide haben wir gelernt, die Türen einfach mal aufzudrücken, meist sind sie nur geschlossen um Wärme oder Kälte auszusperren.

In den Souks findest du ebenfalls Restaurants, die hauptsächlich von den Einheimischen besucht werden. Die meisten sind versteckt hinter Verkaufsständen von Kupfer- oder Teppichwaren. Unser Guide gab uns den Tipp, dass man in diesen Restaurants nur Fisch und Fleisch essen sollte, dass vorher auf dem Grill zubereitet wurde. Gefüllte Gerichte empfahl er uns in den Hinterhofrestaurants nicht zu essen, weil man nie sicher sein konnte was dort verarbeitet wurde.

Hast du ein Restaurant gefunden, dass dir zu sagt, dann gibt es am Eingang meist eine überschaubare Karte mit Vorspeisen, Hauptgerichten und manchmal auch Nachspeisen. Die Portionen sind gerade um die Mittagszeit nicht riesig, aber perfekt um nicht mit schweren Magen die Entdeckungsreise durch die Stadt fortzusetzen.

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Auf der gegenüberliegenden Straßenseite von unserem Hotel, befand sich das gleichnamige Restaurant. Ohne Reservierung, mindestens einen Tag vorher und am besten durch die hauseigene Rezeption, bekommt man nur schwer einen Tisch – auch in der Nebensaison!

Das Restaurant ist in einem aufwendig restaurierten traditionellem Dar untergebracht. Es ist üppig mit Mosaiken und Glaslampen luxuriös verziert. Auf zweit Etagen hat man als Gast die Möglichkeit typisch tunesische Gerichte zu verspeisen. Das Restaurant bietet viele tolle Fotomotive und ist deshalb auch eine beliebte Sehenswürdigkeit bei Führungen. Während wir aßen, wurde uns ständig ein Handy vors Gesicht gehalten. Und genau das fanden wir nicht so gut! Auch das hochgepriesene und – für tunesische Verhältnisse – kostspielige Essen hat uns nicht überzeugen können. Es war ok, gut gebraten und gut gewürzt (wir hatten Rind mit Couscous und den gefüllten Fisch), aber es gibt Restaurants wo wir das gleiche Essen besser bekommen hatten. Oh und wenn du dir ein Dessert gönnen willst, dann sollte ich dir sagen, dass auch diese Portionen riesig sind. Wir hätten uns damals lieber ein Dessert teilen sollen, anstatt zwei zu nehmen. Preislich lagen wir bei zwei Hauptgerichten, zwei Nachspeisen, eine Flasche Wein und eine Flasche Wasser bei etwa 100€.

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Tunis‘ Altstadt ist – im Gegensatz zu der Medina von Marrakesch – für den Besucher entspannter zu entdecken. Ihre Souks sind nicht so eng und verwinkelt. Man hat mehr Orientierungspunkte um wieder zum Ausgangspunkt zurück zu finden. Die Händler sind nicht so aufdringlich, wie in den Souks von Marrakesch und es geht alles etwas gemütlicher von statten. Du findest in der Medina von Tunis viele Teestuben, in denen es sich auch als Tourist bequem eine kurze Auszeit genießen lässt. Aber Achtung: Bist du ohne tunesisch sprechenden Reiseleiter unterwegs, verdoppeln sich die Teepreise mal eben, weil man es den Besuchern eben meist ansieht, dass sie keine Einheimischen sind.

Während wir durch die Straßen liefen, stießen wir wie von selbst auf zahlreiche Moscheen, Paläste und Plätze. Wir bewunderten die tollen Holztüren, die in allen erdenklichen Farben in der Medina zu finden sind. Schielten durch geöffnete Türen in die Innenhöfe und entdeckten lebhafte Plätze wo man sie nicht erwartet. Orangenbäume verströmten ihren betörenden Duft und lockten uns immer wieder an.

Die Medina von Tunis gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und man merkt es den Tunesiern an wie stolz sie auf ihre Stadt sind. Allerdings sieht man auch den Häusern an, dass sie ein wenig Liebe benötigen. Leider fehlt den meisten Einwohnern das nötige Geld dafür. Viele Einheimische ziehen in den äußeren Stadtbezirken, weil das Geld für Mieten und Kauf der typischen Dars einfach nicht reicht.

Die Stadt hat zur Aufwertung ein Programm beschlossen, dass es ausländischen Interessenten ermöglicht, diese Dars zu kaufen unter der Prämisse der Renovierung und Erhaltung der kulturell wertvollen Gebäude. Viele der verkauften Dars sind heute traditionelle Hotels, die der Stadt ihr hübsches Gesicht zurück geben und gleichzeitig etwas für den Tourismus tun.

Was wir in den nordafrikanischen Ländern immer total spannend finden, ist der Verkehr. Gerade in der Medina sind die Straßen super eng und wir haben jedes Mal die Luft angehalten, wenn ein Auto sich seinen Weg durch die schmalen Gassen gebahnt hat. Auch um den Kasbah Platz ist viel Betrieb. Da der aber das Zentrum des Regierungsviertels ist, ist besonders viel Polizei im Einsatz und regelt die vielen Fahrzeuge.

Auf dieser Städtereise haben uns besonders die Menschen beeindruckt. Sie sind herzlich und sehr tolerant. Ich hatte das Gefühl, dass es ein ungeschriebenes Gesetz der Hilfsbereitschaft gibt. Sie sind nett, aber nicht aufdringlich. In Tunis fühlten wir uns willkommen und total sicher. Es gab nicht eine Situation, in der wir uns unwohl fühlten. Das alles und die Sehenswürdigkeiten haben uns schlichtweg beeindruckt.

Trotzdem waren wir froh eine private Stadtführung durch die Medina gebucht zu haben. Natürlich sind wir mit unserem Guide viele Straße entlang gegangen, die wir schon erkundet hatten, aber die Geschichten hinter Toren, Sehenswürdigkeiten und besonderen Ecken können halt nur die Einheimischen aufleben lassen.

Er öffnete uns die Türen zu verschiedenen Häusern, wie z.B. einer Musikschule, einer Koranschule und einer Künstlergemeinde, die eines der Dars als Arbeits- und Ausstellungsräume nutzen.

Er zeigte uns viele Ecken in Tunis, die wir ohne ihn nie entdeckt hätten. So z.B. auch das Mausoleum der Husainiden-Dynastie – Tourbet El Bey. Ein prachtvolles Gebäude mit zahlreichen Gräbern, die mal mehr mal weniger verziert sind. Beeindruckend sind die Kuppeln, die mit türkisfarbenen Mosaiken geschmückt sind.

Wir waren von unserer Erkundungstour so begeistert, dass wir mit ihm auch Karthago und Sidi Bou Said entdeckten. Wenn du ebenfalls an einer geführten Tour in Tunis interessiert bist, dann nimm mit mir Kontakt auf und ich lasse dir die Kontaktdaten von unserem Guide zu kommen. Er hat in Deutschland einige Jahre studiert und kennt Tunis und auch andere Regionen Tunesiens wie seine Westentasche.

Bis bald aus einer anderen Region der Welt,

Susann

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