Travelcat „The Navigator“ im Test: Der Katzen-Reiserucksack
Wer mit Katzen reist, wandert oder Roadtrips macht, steht unweigerlich vor einer großen Frage: Wie transportiert man die Plüschpfoten sicher und komfortabel, wenn die Pfoten schlapp machen? Wenn man dann noch stolzer Besitzer von Maine Coons ist, wird die Suche nach dem passenden Equipment schnell zur echten Herausforderung. Wer die Rasse kennt, weiß: Normale Katzenrucksäcke aus dem Zoohandel sind für diese sanften Riesen viel zu klein.
Tatsächlich hat uns dieses Thema vor dem Kauf sicher zwei Monate lang intensiv beschäftigt. Wir sind bei der Recherche zwar extrem schnell auf das absolute Flaggschiff gestoßen, den „The Navigator“ von Travelcat, aber der Preis hat uns ehrlich gesagt erst einmal massiv abgeschreckt. Die Versuchung war verständlicherweise groß, erst einmal ein günstigeres Standard-Modell für rund 70 € für den Übergang zu kaufen. Schließlich sind Macy und Murphy aktuell erst 4 Monate alt.
Hinter diesem Gedanken steckte bei uns auch eine kleine Fehlannahme, die wir durch unzählige Berichte im Kopf hatten: Ja, Maine Coons werden verdammt groß und wachsen auch schneller als normale Hauskatzen. Aber so wie vorher alle davon erzählt haben, haben wir insgeheim erwartet, dass die beiden nach vier Wochen gefühlt doppelt so groß sind. Spoiler: Sind sie nicht! Mehr zu diesem Mythos und anderen findest du bald hier.
Trotzdem war uns bei der Recherche schnell klar: Wenn wir jetzt am falschen Ende sparen, stoßen wir in wenigen Monaten an die Grenzen, gefährden den Komfort der beiden und müssen im nächsten Jahr dann doch das teure Profi-Modell kaufen. Wer billig kauft, kauft hier zweimal. Da für uns die Sicherheit der Kitten und ein verlässlicher Tragekomfort auf unseren Reisen an oberster Stelle stehen, haben wir den Zwischenschritt übersprungen, in den sauren Apfel gebissen und direkt zwei Rucksäcke bestellt (einen in klassischem Grau und einen in Moosgrün/Blau/Schwarz).
Aber wir hatten ein Problem: The Navigator war Anfang Juni in Europa komplett ausverkauft. Deshalb mussten wir direkt über die USA bestellen. Hier ist unser ganz frischer, ehrlicher erster Eindruck nach dem Unboxing und dem ersten Garten-Probelauf.
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Preis & Versand
Gleich vorweg: Schnäppchen sind die Rucksäcke nicht. Der graue Rucksack schlug mit 176 € zu Buche, das moosgrüne Modell mit 185 €. Insgesamt (mit Versand und Zollgebühren) sind wir am Ende bei stolzen 400 € gelandet.
Das Gute daran: Wer in den USA bestellt, sorgt sich ja meistens um den Zoll-Papierkram und fiesen Nachzahlungen an der Haustür. Das gibt es hier nicht. Travelcat bietet beim Kauf einen Sorglosversand an. Dabei sind alle Einfuhrabgaben und Gebühren bereits im Kaufpreis inbegriffen. Der Versand wird dadurch zwar entsprechend teurer, aber es gibt am Ende absolut kein böses Erwachen. Man bestellt, das Paket kommt an und fertig.
💰 Unser Fazit zum Budget: Der Kauf hat sich für uns jetzt schon gelohnt, aber Meowmys Portemonnaie weint leise. Dieses Jahr gibt es definitiv keinen neuen Kratzbaum mehr!
Übrigens: Aktuell können beide Rucksäcke wieder über Amazon erworben werden. Hier sind die Direktlinks zu der grauen Version und der moosgrünen Version. Allerdings für deutlich mehr Geld als bei einem direkten US-Import.
Erster Eindruck, Verarbeitung & Packesel-Komfort
Der Aufbau war erfreulich einfach. Die Rucksäcke kommen zusammengefaltet bei dir an. Du musst sie nur aufrichten, die beiden Bodenpolster einlegen und festkletten, und fertig ist der Reisebegleiter. Im leeren Zustand ist der Navigator zwar ein bisschen schwerer als Standard-Modelle (ca. 2 kg), aber diese massive Stabilität spürt man sofort positiv auf dem Rücken. Und auch die Verarbeitung ist absolut super.
Für den Packesel (aka Mensch): Die Polsterung für den Rücken ist perfekt. Es gibt neben den typischen Schultergurten noch einen Brust- und einen Baugurt, die sich leicht und individuell auf die erforderliche Größe einstellen lassen. So sitzt der Rucksack zu jeder Zeit ideal am Rücken auch wenn die Katzen sich bewegen sollten. Der zusätzliche Tragegriff am oberen Teil des Rucksacks stört im Nacken überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, der Rucksack ist so gebaut, dass die Katze theoretisch oben auf dem Rucksack liegen könnte, während man sie durch die Welt trägt. Ob sich das für uns als praktikabel erweisen wird, wird sich noch zeigen.
Für die Sicherheit und den Komfort der Katze: Der Rucksack kommt mit zwei Extra-Polstern für die Bodenplatte und einem zusätzlichen Schultergurt (man kann den Rucksack nämlich auch als Tasche quer tragen). Das clevere System der Bodenpolster: Der untere Teil wird einfach eingelegt, der obere mit Klett seitlich fixiert. Die Polster sind so gemütlich aufgebaut, dass man keine zusätzliche Decke oder Kissen mehr hineinlegen muss. Für die interne Sicherung der Katze gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auf den ersten Blick haben wir 4 kurze Leinen mit Sicherheitskarabiner und Schnalle gefunden, an der man das Geschirr der Katze befestigen kann. Ebenso gibt es innen zwei weitere Ösen an der Seite, wo man eine eigene Leine befestigen kann. Das Gleiche auch noch mal außerhalb des Rucksacks. Für die Belüftung im Inneren sorgen die Mesheinsätze, die an allen Seiten sowie oben angebracht sind. Dazu gibt es zwei Öffnungen (eine oben, eine vorn), die mit Reisverschluß zu öffnen sind. Diese lassen sich einfach hochrollen und sorgen so für einen einfachen Zugang für die Katzen.
Die inneren Werte (und ein paar kritische Blicke)
Der Rucksack ist extrem durchdacht, hat aber auch ein paar Details, die wir im Auge behalten:
- Sicherheit für Ausbrecherkönige: An vier Seiten (vorne, oben und an den Seiten) ist stabiles Mesh-Gewebe verbaut. Das Material ist extrem robust. Die ersten intensiven Beißattacken der beiden wurden problemlos abgewehrt. Die Öffnungen vorne und oben lassen sich per Reißverschluss und zusätzlichen Schnallen sichern. Perfekt für unsere kleine Houdini-Macy!
- Fummelige Halterungen: Die geöffneten Fenster lassen sich hochrollen. Allerdings ist die Befestigung für die obere Öffnung aktuell extrem fummelig und für uns noch nicht wirklich logisch gelöst.
- Zu viele Sicherheitsleinen? Im Innenraum befinden sich insgesamt 4 Befestigungsmöglichkeiten für das Katzengeschirr. Für uns ist das fast ein bisschen zu viel des Guten. Die ungenutzten Leinen baumeln aktuell unkontrolliert herum. Da wir Angst haben, dass sich die Kitten daran verletzen, müssen wir mal prüfen, ob man sie irgendwie entfernen oder verstecken kann.
- Staufächer innen & außen: Außen gibt es auf jeder Seite zwei zusätzliche Taschen (also insgesamt vier Stück) für allerlei Schnickschnack, den man unterwegs dabei haben will und muss. Innen befinden sich ebenfalls zwei schmale Taschen (auf den Herstellerbildern für ein Trinkreservoir gedacht). Für die Gemütlichkeit der Katzen würden wir innen allerdings nichts reinquetschen, da der Platz sonst verengt wird.
- Die Farbfalle: Der moosgrüne Rucksack ist von innen sehr schwarz. Hier haben wir aktuell ein wenig Bedenken, ob es im Sommer darin zu warm werden könnte. Das werden wir im Langzeittest genau beobachten.
Der erste Probelauf: XXL-Platz für 4 Monate alte Kitten
Unsere beiden Vorzeige-Modelle sind super neugierig sofort in die Rucksäcke geklettert, um sie zu untersuchen. Aktuell stehen sie dauerhaft offen bei uns im Gästezimmer und sind für die beiden jederzeit zugänglich, damit sie als ganz normale Höhlen in den Alltag integriert werden. So ist es für die beiden nichts neues wenn die Rucksäcke plötzlich im Flur stehen.
Zum Platzangebot im Inneren: Wenn man bedenkt, dass Maine Coons relativ groß werden, klingen die Abmessungen von 45,7 cm Höhe × 39,1 cm Breite × 25,4 cm Tiefe erst einmal nicht so als ob sie lange in den Rucksack passen werden. Aber mit ihren 4 Monaten sehen Macy und Murphy im Navigator aktuell noch absolut verloren aus. Sie haben massig Platz im Inneren und wegen der Ein- und Ausstiegsfenster oben und vorn haben sie die Möglichkeit sich auch noch nach draußen zu hängen. Hat Murphy auch direkt ausprobiert und für gut befunden. So fühlt sich der Rucksack noch größer an.
Weil die beiden direkt neugierig waren und in den Rucksack sofort eingestiegen sind, haben wir einen Probelauf in unserem Garten gewagt. Kitten rein (sie saßen eh schon drin), Fenster zu, Rucksack auf den Rücken und ab ins Grüne! Sie fanden es super spannend! An Anfang war das eingesperrt sein auch kein Problem für die beiden. Einfach weil alles neu war. Auf dem Rücken merkt man die Bewegungen der Katzen nur minimal, weil der Rucksack so stabil sitzt. Auch die Luftzufuhr durch das viele Mesh war optimal. Es war also ein rundumgelungener Probelauf.
Unser vorläufiges Fazit
Der erste Eindruck ist durchweg positiv: Der Travelcat „The Navigator“ hält, was er verspricht. Natürlich müssen wir die Rucksäcke jetzt im Detail perfekt auf unsere Rücken einrichten und mit den beiden noch mehr üben, aber aktuell sagen wir ganz klar: Der Kauf hat sich gelohnt!
🚨 Live-Update aus der Praxis: Der allererste Rucksack-Ausflug!
Da wir für beide Kitten jetzt die pasenden Geschirre gefunden haben, stand am Wochenende direkt das nächste große Abenteuer an: Der allererste kurze Spaziergang mit den Katzenrucksäcken! Und was sollen wir sagen? Die beiden sind einfach der Knaller. Sobald die Geschirre saßen, sind beide – völlig ohne Zwang – direkt freiwillig in die unten stehenden Rucksäcke geklettert. Die „Safe Zone“ wurde also sofort akzeptiert.
Unser Weg führte von unserer vielbefahrenen Straßen direkt neben an in eine ruhige Sackgasse mit Einfamilienhäusern und viel Grün. Für Macy & Murphy war das alles natürlich total neu. Sie kennen zwar die Vogelgeräusche aus unserem Garten, aber so in der „freien Natur“ war das noch mal ne ganz andere Geräuschkulisse und auch andere Gerüche. Ganz klar, dass die beiden am Anfang etwas unruhig waren und viel gemauzt haben. Mit gut zureden sind wir bis ans Ende der Sackgasse gelaufen. Dabei blieb der Rucksack die ganze Zeit zu. Erst auf dem Rückweg haben wir es gewagt, das vordere Einstiegsfenster so weit zu öffnen, dass beide den Kopf rausstrecken konnten. Unser Spazierweg waren hin und zurück etwa 500m. Als wir wieder zu Hause waren, fielen beiden vor Aufregung fast wieder die Augen zu.
In den ersten 10 Minuten im echten Test haben wir direkt zwei Dinge erkannt, die in keiner Produktbeschreibung stehen:
- Das Verschluss-Problem: Wenn das vordere Rollo runtergerollt und zugezogen ist, baumelt innen auf ca. 20 cm Höhe ein Verschluss. Perfekte Höhe für gelangweilte Kitten, um Blödsinn damit zu machen oder verletzt zu werden. Unser Tipp: Wir haben ihn einfach weiter oben unterhalb des zweiten Fensters eingehakt –> Problem gelöst!
- Die Gurt-Länge bei den Mädels: Während Murphy (3,5 kg) sich im Rucksack gemütlich hinlegen konnte, war der Sicherheitsgurt für Macy selbst auf maximaler Länge zu kurz. Sie musste die gesamten 10 Minuten aufrecht sitzen. Unsere pragmatische Lösung für die Zukunft: Macy bekommt jetzt einfach ein kleines, gemütliches Kissen als „Sitzerhöhung“ mit rein. Problem gelöst, Komfort erhöht!
Wir werden nun die Rucksäcke auf weiteren kurzen Touren testen bis es für die beiden das erste Mal an den Strand geht.
Unser Travelcat-Fazit: Teuer, aber jeden Cent wert?
Nach diesem ersten, intensiven Härtetest können wir eine klare Empfehlung aussprechen. Der Rucksack hält, was er verspricht. Vor allem in Sachen Komfort für Menschen und Tier. Dass man bei der Gurtlänge für großgewachsene Coonie-Damen vielleicht mit einer Kissen-Sitzerhöhung tricksen und drinnen ein Verschluss weggesteckt werden muss, verbuchen wir unter „Coonie-Alltags-Pragmatismus“.
Das Wichtigste ist: Die beiden haben sich sicher gefühlt, die „Safe Zone“ sofort akzeptiert und der „Cabrio-Modus“ an der Pferdekoppel war für uns alle ein unvergessliches Highlight. Wenn ihr euren Katzen die Welt zeigen wollt, ist das Ding ein absolut genialer Begleiter.
Habt ihr auch schon Erfahrungen mit Katzenrucksäcken gemacht? Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare!
Bis zum nächsten Abenteuer,
Susann mit Macy & Murphy
Häufig gestellte Fragen zum Test des „The Navigator“ von Travelcat
Ist der Travelcat Rucksack „The Navigator“ groß genug für eine ausgewachsene Maine Coon? Ja, er ist speziell für große Katzenrassen bis zu einem Gewicht von ca. 11,5 kg ausgelegt und bietet durch seine Maße deutlich mehr Platz und Stabilität als Standard-Katzenrucksäcke.
Wie gewöhne ich meine Katze am besten an den Rucksack? Stell den Rucksack am besten schon Tage vor dem ersten Ausflug geöffnet als Kuschelhöhle in die Wohnung (z. B. in die Küche), leg ein paar Leckerlis hinein und lass die Katzen den neuen Rückzugsort komplett freiwillig und ohne Zwang erkunden.
Kann der Rucksack im Auto gesichert werden? Ja, das Modell verfügt über praktische Gurtschlaufen auf der Rückseite, durch die der normale Autogurt gezogen werden kann, sodass der Rucksack während der Fahrt sicher auf dem Autositz fixiert ist.
Ist der Rucksack auch für den Menschen bei längeren Touren bequem? Auf jeden Fall, denn er besitzt ein ergonomisches Tragesystem mit stark gepolsterten Schultergurten sowie verstellbaren Brust- und Hüftgurten, die das Gewicht optimal verteilen und den Rücken entlasten.
Wie funktioniert der „Cabrio-Modus“ und ist er sicher? Beim Cabrio-Modus wird das obere Mesh-Fenster per Reißverschluss geöffnet, sodass die Katze den Kopf herausstrecken kann; zur Sicherheit muss die Katze dabei unbedingt im Inneren am integrierten Sicherheitsband mit einem ausbruchssicheren Geschirr angeleint werden.
Bietet der Rucksack genügend Frischluftzufuhr? Ja, der Rucksack ist mit mehreren großen, robusten Mesh-Fenstern an der Vorderseite und den Seiten ausgestattet, die jederzeit für eine optimale Luftzirkulation sorgen.
Pfötchen hoch, wer will noch mehr über unsere Reise-Abenteuer wissen? Hier findest du unsere bisherigen Highlights und Vorbereitungen für Macy & Murphy:
- Coonies’ Conquest – Reisen mit Katzen
- Erfahrungsbericht Maine Coon: Unsere Erwartungen vor dem Einzug vs. die Realität
- Mission Ostsee: Unser großer Strand-Check für Murphy & Macy
- Große Katze, großes Abenteuer: Der ultimative Geschirr-Guide für Coonies & Co.
- Travelcat „The Navigator“ im Test: Der Katzenrucksack für Maine Coons
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